{"id":1021,"date":"2012-03-19T23:12:30","date_gmt":"2012-03-19T22:12:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/?p=1021"},"modified":"2012-03-19T23:22:33","modified_gmt":"2012-03-19T22:22:33","slug":"qualitaet-und-transparenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/qualitaet-und-transparenz\/","title":{"rendered":"Qualit\u00e4t und Transparenz"},"content":{"rendered":"<p><strong>Als sich die Idee heraus bildete, uns dem Oliven\u00f6l zu widmen, und als wir \u2028mit der <em>arteFakt<\/em>-Unternehmung begannen \u2013 seinerzeit waren wir noch zu dritt \u2013, gab es f\u00fcr mich \u2013 unter anderem \u2013 eine Verbindungslinie zur Berliner Teekampagne und eine zur Verbraucheraufkl\u00e4rung und B\u00fcrgerberatung.<\/strong><\/p>\n<p>An der TU Berlin hatte ich die erste Beratungseinrichtung f\u00fcr B\u00fcrger, B\u00fcrgerinitiativen, Umweltgruppen und -verb\u00e4nde an einer deutschen Universit\u00e4t mit aufgebaut und dann geleitet. Bei der <em>Teekampagne<\/em> war ich sp\u00e4ter einige Jahre Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. Meine Erfahrungen mit den verschiedensten Protestformen und mit der Arbeit der Aufkl\u00e4rung, die oft m\u00fchsam ist und Beharrlichkeit erfordert, sollten mit in die Konzeption von <em>arteFakt<\/em> und in die erste Projektidee, den \u201e\u00d6lwechsel\u201c, einflie\u00dfen.<\/p>\n<p>Von der Teekampagne nahm ich die Erfahrung mit, dass man klein anfangen soll, dass man aber mit einer ehrlichen Idee auch verfestigte Verh\u00e4ltnisse aufbrechen und durchaus einigen Einfluss auf den Markt gewinnen kann. Ich hatte mir auch die Einsicht zu eigen gemacht, dass die Idee etwas unkonventionell sein darf, vielleicht sogar muss, und dass das Ziel die praktische Aufkl\u00e4rung sein soll, indem man Transparenz bewirkt und auf Qualit\u00e4t beharrt. Die Teekampagne erreichte das seinerzeit, indem sie ihre Preiskalkulation offen legte, eine unerbittliche R\u00fcckstandskontrolle der Tees durchf\u00fchrte und die Ergebnisse auswies.<\/p>\n<p>Aus der Universit\u00e4t brachte ich die wissenschaftliche Methodik mit, den Dingen auf den Grund zu gehen, sowie die Konzeption der \u201eNachhaltigkeit\u201c und einer ganzheitlichen Betrachtung \u00f6kologischer Ausrichtung und Prozessf\u00fchrung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><strong>R\u00fcckstandskontrolle und eigene Forschung<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Auf dem ersten Deutschen Oliven\u00f6l-Symposium, das bereits 1996 in Bad Mergentheim stattfand, erhielten wir Informationen \u00fcber die vielf\u00e4ltigen Verf\u00e4lschungen von Oliven\u00f6l, das in den Handel kommt. Wir erfuhren von der Einsch\u00e4tzung der Beh\u00f6rden in Br\u00fcssel, dass Oliven\u00f6l dasjenige Lebensmittel innerhalb der EU sei, mit dem am meisten Betrug betrieben werde. Diese Erkenntnisse brachten uns dazu, das Konzept der R\u00fcckstandskontrolle gleich zum Standard zu machen. Wie bei der Teekampagne folgen uns auch hier nur wenige andere Anbieter in der Branche.<\/p>\n<p>Mit dem Berliner Lebensmittellabor, der S.O.F.I.A. GmbH, das wir in den <em>Ausk\u00fcnften 2006<\/em> vorgestellt haben, verbindet uns heute mehr als nur die R\u00fcckstandskontrolle. Seit zehn Jahren stellen uns die Olive und die Erzeugung von Oliven\u00f6l immer wieder vor neue Fragen und Herausforderungen. Lange, bevor andere es ver\u00f6ffentlichten, hatten wir z.B. mit S.O.F.I.A. bereits die R\u00fcckst\u00e4nde von Weichmachern im Oliven\u00f6l entdeckt, die von Plastikschl\u00e4uchen in den \u00d6lm\u00fchlen stammen, und unsere Erzeuger dazu veranlasst, die Schl\u00e4uche auszutauschen. \u00c4hnliches l\u00e4sst sich von vielen weiteren Umfeldproblemen sagen, z.B. von den Abgasen laufender Motoren, die sich im \u00d6l anreichern, oder von ungeeigneten Reinigungsmitteln in den M\u00fchlen.<\/p>\n<p>Alle unsere Untersuchungen dienen dazu, Faktoren auszuschlie\u00dfen, die die Qualit\u00e4t des Oliven\u00f6ls mindern. Qualit\u00e4t ist aber mehr als nur die Abwesenheit von sch\u00e4dlichen Inhaltsstoffen. Die Olive ist, obwohl vermutlich die \u00e4lteste von Menschen kultivierte Frucht, eigentlich sehr wenig erforscht. Da Oliven\u00f6l bisher ma\u00dfgeblich als ein \u201efl\u00fcssiges Fett\u201c aufgefasst wird, interessiert die Frage nach der optimalen Menge \u00d6l, die man aus der Olive gewinnen kann, weit mehr als die nach den besten Aromen, wie man es beim Obstsaft kennt. Wir begreifen aber das \u00d6l als ein Produkt aus dem Obstsaft der Olive. Eine solche Betrachtung war selbst f\u00fcr die Erzeuger neu und mit den Konsequenzen daraus betraten sie, zusammen mit uns, Neuland. Ohne eigene, durch S.O.F.I.A. unterst\u00fctzte, Forschung, ohne Schulungen und Seminare mit den Erzeugern und ohne ihren Erfahrungsaustausch untereinander w\u00e4ren wir nicht so weit gekommen, wie wir heute sind. Auch Ihre, als Verbraucher, aufmerksame \u201eBeobachtungen\u201c und die Erfahrungen, die Sie uns mitteilen, helfen uns oft, die richtigen Fragen zu formulieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><strong>Erzeuger stellen sich dem Wettbewerb und erhalten Auszeichnungen<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Mit unsern umfangreichen und recht strengen eigenen Kontrollen, insbesondere im Hinblick auf die Kriterien f\u00fcr Qualit\u00e4t und deren Verifikation, geh\u00f6ren wir sicher mit zu den Vorreitern in der Branche. Das ist unser Ehrgeiz, an dem wir weiterhin festhalten. Ab und zu ermuntern wir unsere Erzeuger, sich auch jenseits der Angebotsb\u00fchne von <em>arteFakt<\/em> dem \u00f6ffentlichen Wettbewerb zu stellen. Wie Sie dem <em>Verzeichnis 2008<\/em> entnehmen k\u00f6nnen, tun sie das mit einigem Erfolg: offizielle Qualit\u00e4tsstempel, vordere Pl\u00e4tze bei Bewertungen, Auszeichnungen, Preise.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><strong>Transparenz durch Erzeuger-Verbraucher Beziehungen<\/strong><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_1024\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Franco_Cuonzo_60ster_800.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1024\" class=\"size-full wp-image-1024   \" title=\"Franco_Cuonzo_60ster_300\" src=\"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Franco_Cuonzo_60ster_300.jpg\" alt=\"Franco Cuonzos 60ster Geburtstag\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1024\" class=\"wp-caption-text\">Bei einer Kurzreise zur Olivenernte in Apulien brachten die arteFakt-Besucher Franco Cuonzo ein St\u00e4ndchen zu seinem 60sten Geburtstag<\/p><\/div>\n<p><strong>Verbraucher besuchen ihre Erzeuger<\/strong><\/p>\n<p>Manchen Weintrinkern ist es eine liebe Gewohnheit geworden, regelm\u00e4\u00dfig die Winzerfamilien zu besuchen, die ihre Lieblingsweine produzieren, und auch gleich den Jahresvorrat Wein mitzunehmen. Kommen die Weine aus Deutschland, ist das verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig leicht zu machen. Bevorzugt man jedoch z.B. franz\u00f6sische Weine, werden Besuche bei den Erzeugern eher selten vorkommen, und auch ein Weinvorrat ist nicht so leicht zu transportieren.<\/p>\n<p>Oliven\u00f6le stammen aus L\u00e4ndern, die zwar als Urlaubsziele beliebt sind, in denen man aber kaum bei den Erzeugern selbst vorbeischaut und einkauft. Mit dem Konzept und dem Angebot von f\u00fcnft\u00e4gigen Kurzreisen zur Olivenernte und zum Besuch bei den Erzeugern sowie mit den etwas l\u00e4ngeren Studien-Reisen von Klaus Haase (Apulien) und Franz Gentemann (Kreta) erm\u00f6glichen wir auch den unmittelbaren Einblick in die Entstehung des Oliven\u00f6ls.<\/p>\n<p>Wenn Ihre individuelle Urlaubsreise Sie einmal in die Region eines der Erzeuger f\u00fchrt, rufen Sie uns an und lassen Sie sich eine Wegebeschreibung geben. Alle Erzeuger freuen sich \u00fcber einen Besuch und zeigen Ihnen gern die Welt ihrer Oliven.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #800000;\"><strong>Oliven\u00f6l-Abholtage in Wilstedt<\/strong><\/span><\/p>\n<p><strong>Erzeuger besuchen ihre Verbraucher<\/strong><\/p>\n<p>Weil letztlich doch nur wenige die Chance haben, die Erzeuger vor Ort zu besuchen, hatte ich vor zehn Jahren die Idee, eine Erzeugerfamilie (damals Humberto und Josefine Mallafr\u00e9 aus Katalonien) und den ersten, noch kleinen Kundenkreis aus \u201eBremen und umzu\u201c nach Wilstedt einzuladen. So trafen sich Erzeuger und Verbraucher erstmals f\u00fcr einige Stunden in meinem Bauernhaus auf der Wohndiele. Allen hatte es so gut gefallen, dass ich diese Begegnung im folgenden Jahr wiederholte, nicht ahnend, welche Dynamik sich daraus entwickeln w\u00fcrde. Lange schon ist die Diele zu klein geworden, und die \u201eOliven\u00f6l-Abholtage in Wilstedt\u201c haben sich zu einem \u00fcberregional bedeutenden Ereignis entwickelt. Nicht nur <em>arteFakt<\/em>-Kunden aus Norddeutschland treffen sich hier mit den Erzeugern der Oliven\u00f6le, sondern Interessierte reisen aus ganz Deutschland an, wie man es vom Wein und den Winzern her kennt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Conrad B\u00f6licke, 2008<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als sich die Idee heraus bildete, uns dem Oliven\u00f6l zu widmen, und als wir \u2028mit der arteFakt-Unternehmung begannen \u2013 seinerzeit waren wir noch zu dritt \u2013, gab es f\u00fcr mich \u2013 unter anderem \u2013 eine Verbindungslinie zur Berliner Teekampagne und eine zur Verbraucheraufkl\u00e4rung und B\u00fcrgerberatung. 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