{"id":15996,"date":"2022-11-04T14:50:14","date_gmt":"2022-11-04T13:50:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/?p=15996"},"modified":"2023-09-25T12:04:29","modified_gmt":"2023-09-25T11:04:29","slug":"orangen-und-gesundheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/orangen-und-gesundheit\/","title":{"rendered":"Orangen und Gesundheit"},"content":{"rendered":"\n
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Orangen \u2013 Heiler der Seefahrerkrankheit \"\"<\/a>
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Was haben Orangen mit Seefahrern zu tun?<\/p>\n

Seefahrer, die in fr\u00fcheren Zeiten lange auf dem Meer unterwegs waren und deren Ern\u00e4hrung meist unzureichend war, litten h\u00e4ufig an folgenden Symptomen:<\/p>\n

schlechte Wundheilung, Infektionen, Blutarmut, Entz\u00fcndungen der Gelenke und Knochen, Blutungen der Schleimh\u00e4ute und anderer bindegewebsreicher Organe sowie Zahnausfall.<\/p>\n

Die unter dem Fachbegriff Skorbut bekannte Mangelerkrankung wurde erstmalig 400 v. Chr. beschrieben, allerdings konnte erst im 18. Jahrhundert der Zusammenhang zwischen Skorbut und Zitrusfr\u00fcchten hergestellt werden.<\/p>\n

Die Symptome der Seefahrer konnten bei regelm\u00e4\u00dfigem Verzehr von Zitrusfr\u00fcchten verhindert werden, da Skorbut bei einem schweren Vitamin C Mangel entsteht.1<\/sup><\/p>\n

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Orangen und Vitamin C<\/strong><\/span><\/h3>\n

Die meisten, wie du wahrscheinlich auch, denken bei der Orange zuerst an den hohen Vitamin C Gehalt. Und das auch mit gutem Recht. In nur 100 g Fruchtfleisch sind bereits 20 mg Vitamin C enthalten. Das entspricht 20 % der t\u00e4glich empfohlenen Zufuhr.<\/p>\n

Als Antioxidans sch\u00fctzt Vitamin C den K\u00f6rper vor freien Radikalen und anderen Stoffen, die zu einer unerw\u00fcnschten Oxidation und damit Sch\u00e4digung von Zellen f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n

Vitamin C ist an der reibungslosen Funktion des Immunsystems beteiligt und tr\u00e4gt damit vor allem in den Wintermonaten zur Erk\u00e4ltungspr\u00e4vention bei. Und wenn du bereits krank geworden bist? Eine ordentliche Versorgung mit Vitamin C hilft bei einer schnelleren Genesung.<\/p>\n

Vitamin C ist au\u00dferdem f\u00fcr die Biosynthese diverser Hormone, Aminos\u00e4uren (die Grundbausteine der Proteine) und Kollagen zust\u00e4ndig. Kollagen ist ein Bestandteil des Bindegewebes, worin sich auch viele der genannten Symptome bei Skorbut erkl\u00e4ren.<\/p>\n

Es ist immer noch ein weit verbreiteter Irrglaube, dass wir Menschen Fleisch f\u00fcr eine ausreichende Versorgung mit Eisen brauchen. Nichtsdestotrotz stimmt es, dass pflanzliches Eisen schlechter vom K\u00f6rper aufgenommen werden kann. Vitamin C hilft dabei, das pflanzliche Eisen in die f\u00fcr uns besser resorbierbare Form umzuwandeln. Wie w\u00e4re es mit einem frisch gepressten Orangensaft zum Porridge (Haferflocken sind sehr eisenhaltig) oder einer Orange als Nachtisch zur Hauptmahlzeit?<\/p>\n

Da Vitamin C zu den wasserl\u00f6slichen Vitaminen geh\u00f6rt, gibt es keinen Speicher im K\u00f6rper. Vitamin C muss somit regelm\u00e4\u00dfig mit der Nahrung zugef\u00fchrt werden.2<\/sup><\/p>\n

Doch die Orangen, welche zu den Zitrusfr\u00fcchten geh\u00f6ren und urspr\u00fcnglich \u00fcbrigens aus China stammen, liefern nicht nur reichlich Vitamin C. Sie sind ein wahrer Allesk\u00f6nner.<\/p>\n

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Weitere gesundheitliche Vorteile<\/strong><\/span><\/h3>\n

Die Orange liefert eine Vielzahl an Carotinoiden und Flavonoiden. Carotinoide spielen als Provitamin-A eine wichtige Rolle im K\u00f6rper. Flavonoide z\u00e4hlen zu den Polyphenolen und wer hier regelm\u00e4\u00dfig mitliest, dem sind die Polyphenole als gesundheitsf\u00f6rderliche sekund\u00e4re Pflanzenstoffe inzwischen ein Begriff.<\/p>\n

In Studien konnte bereits die vielf\u00e4ltige Wirkung von Flavonoiden gezeigt werden. Sie k\u00f6nnen nicht nur das Risiko diverser Herz-Kreislauferkrankungen senken, sondern sich auch positiv auf die Gesundheit unseres Gehirns sowie unseres Darms auswirken.3,4<\/sup><\/p>\n

Fr\u00fcher habe ich die Orangen immer penibel gesch\u00e4lt, da mich die wei\u00dfen F\u00e4den gest\u00f6rt haben. Wem geht das noch so?<\/p>\n

Seit ich wei\u00df, dass das sog. Albedo besonders reich an Flavonoiden und die f\u00fcr den Darm so wichtigen Ballaststoffe ist, bin ich nicht mehr ganz so kleinlich. Sei ruhig etwas gro\u00dfz\u00fcgiger beim Sch\u00e4len und entferne nicht jeden wei\u00dfen Faden, der dir unter die Finger kommt.<\/p>\n

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Ganze Orangen oder Orangensaft<\/strong>?<\/strong><\/span><\/h3>\n

Hier scheiden sich die Geister und viele meiner Kollegen raten ganz klar vom Orangensaft (und Fruchtsaft generell) ab. Prinzipiell sehe ich das \u00e4hnlich. Rein prozentual gesehen, enth\u00e4lt Orangensaft deutlich mehr Zucker als die ganze Orange. Zucker in Fl\u00fcssigkeiten wird sehr schnell vom K\u00f6rper aufgenommen und f\u00fchrt zu unerw\u00fcnschten Blutzucker- und daraus resultierenden Insulinspitzen.<\/p>\n

Eine umfangreich angelegte Studie der Universit\u00e4t Hohenheim hat meine \u00dcberzeugung jedoch ins Wanken gebracht. Demnach werden durch die Verarbeitung der Fr\u00fcchte zu Saft verschiedene Inhaltsstoffe, so auch die Carotinoide, besser f\u00fcr den Menschen verf\u00fcgbar.3<\/sup><\/p>\n

Sollen wir also alle nur noch Orangensaft trinken und die ganzen Fr\u00fcchte links liegen lassen? Nein, ganz bestimmt nicht, denn die Mischung macht\u2019s.<\/p>\n

Isst du die Orange, anstatt sie zu trinken, nimmst du mehr von den wichtigen Ballaststoffen auf und auch der Zucker aus der Frucht wird langsamer resorbiert. Au\u00dferdem gibt es N\u00e4hrstoffe, die durch die vorzeitige mechanische Zerkleinerung (teilweise) zerst\u00f6rt werden.<\/p>\n

Gegen ein gelegentliches leckeres Glas selbstgepressten Orangensaftes ist jedoch nichts einzuwenden.<\/p>\n

Die Finger solltest du allerdings von Nektar lassen. Im Nektar wird der Saft zur H\u00e4lfte mit Wasser verd\u00fcnnt, nur um dann wieder mit Zucker angereichert zu werden, um die erw\u00fcnschte S\u00fc\u00dfe zu erhalten. Von den N\u00e4hrstoffen aus der Frucht bleibt so allerdings nicht mehr viel \u00fcbrig.<\/p>\n

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Mein Tipp: <\/strong>Greif vorrangig zur ganzen Frucht, egal um welches Obst es sich handelt. Selbstgepresster und ungezuckerter Saft kann deine Ern\u00e4hrung aber wunderbar erg\u00e4nzen.<\/span><\/h4>\n<\/blockquote>\n

Quellen:<\/u><\/strong><\/span><\/p>\n

1<\/sup> DocCheck Flexikon: Skorbut<\/a>
<\/em>2<\/sup> DACH Referenzwerte f\u00fcr die N\u00e4hrstoffzufuhr: Vitamin C
<\/em>3<\/sup>
 Pressemitteilung Universit\u00e4t Hohenheim (23.03.15) \u201eOrange oder Orangensaft: Was ist ges\u00fcnder?\u201c<\/a>
<\/em>4 <\/sup>
\u201eCitrus Polyphenols in Brain Health and Disease: Current Perspectives.\u201d Pontifex et al., Front Neurosci. 2021 Feb 19;15:640645<\/a><\/em><\/p>\n

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