{"id":22557,"date":"2024-04-04T14:16:05","date_gmt":"2024-04-04T13:16:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/?p=22557"},"modified":"2024-04-04T14:16:06","modified_gmt":"2024-04-04T13:16:06","slug":"reisebericht-oliver-hoischen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/reisebericht-oliver-hoischen\/","title":{"rendered":"Reisebericht Oliver Hoischen"},"content":{"rendered":"\n
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Ein Reisebericht vom dritten Tag im Klimacamp<\/strong><\/h1>\n\n\n\n

Samstag, der 16. M\u00e4rz 2024 auf dem arteFakt Patenschaftsolivenhain in Palombaio\/Apulien<\/h3>\n\n\n\n
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Das ist gar nicht so leicht: Dinkel zu s\u00e4en. Man muss die K\u00f6rner gleichm\u00e4\u00dfig \u00fcber das Beet streuen, in einem gro\u00dfen Bogen, mit lockerer Hand, und dabei vorsichtig voranschreiten, fast ein wenig feierlich. Nur gut, wenn einem da Domenico Angelini<\/em> zur Seite steht, ein Spezialist, der daheim in Umbrien lokale Getreidesorten und H\u00fclsenfr\u00fcchte anbaut. In Palombaio, im Landschaftsmuseum und Patenschafts-Olivenhain, hat er uns gezeigt, wie man Dinkel zwischen Weinreben s\u00e4t. Es ist ein wunderbares Experiment, das zeigt, wie Pflanzen voneinander profitieren, ihr Wachstum f\u00f6rdern, sich vor Trockenheit sch\u00fctzen und so dem Klimawandel leichter trotzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

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Denn darum ging es bei diesem dritten Tag des Agroforstworkshops und Klimacamps: Neues zu lernen, Neues auszuprobieren. In langen Reihen haben wir Weinreben gepflanzt, von der Sorte Nero di Troia, die typisch f\u00fcr die Region und besonders hitzeresistent ist. Vorher kam Humus in die eigens gebohrten Erdl\u00f6cher, hergestellt von Davide Colasanto<\/em>, dem Humus-Experten aus Ruvo di Puglia. Mit seinen Cousins hat er vor einigen Jahren ein Start-up gegr\u00fcndet namens Greenta<\/em>. Das Geheimnis seines Super-Humus sind die Regenw\u00fcrmer, die den Boden so besonders locker und fruchtbar machen, und die er in gro\u00dfen Mengen z\u00fcchtet. Auch ihm geht es darum, die Biodiversit\u00e4t zu erhalten und zu st\u00e4rken und so zu einer nachhaltigen, resistenten Landwirtschaft beizutragen. Sein Credo: <\/p>\n\n\n\n

„Der Boden ist ein lebender Organismus.“<\/strong><\/h3>\n<\/div>\n\n\n\n
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Nat\u00fcrlich profitieren davon auch die Olivenb\u00e4ume. Wenn man sie nur richtig pflegt! Der Baumschnitt ist eine Kunst. Giuseppe Lombardi<\/strong><\/em>, Fachmann f\u00fcr Bio-Anbau aus Andria, und die jungen, leidenschaftlichen Olivenbauern in seinem Team klettern daf\u00fcr hoch in die \u00c4ste, balancieren mit Schere, S\u00e4ge und Motors\u00e4ge. Sie sind Meister darin, Olivenb\u00e4ume so zu schneiden, dass sie immer wieder neue Triebe ausbilden, viele Fr\u00fcchte tragen und lange gesund bleiben. Geduldig haben uns diese Profis erkl\u00e4rt, welche Zweige sie wo, warum und wie abschneiden, und unerm\u00fcdlich und super professionell hat Manuela Di Bari<\/em><\/strong> von arteFakt aus Wilstedt alle ihre Erl\u00e4uterungen \u00fcbersetzt. Dann durften wir selbst zeigen, was wir gelernt hatten. So lautete ja auch das Motto des Tages: <\/p>\n\n\n\n

Ran an die Schere.<\/strong><\/h3>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n
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Beim Picknick gab es also genug Gespr\u00e4chsstoff zum Fachsimpeln. Wie die B\u00e4ume wohl am besten die apulischen Sommer \u00fcberstehen, die in den letzten Jahren immer hei\u00dfer und trockener geworden sind? Wie die Olivenhaine widerstandsf\u00e4higer werden? Wie die B\u00f6den reichhaltiger? Vor dem sch\u00f6nen Trullo mitten im Museumsgarten servierten Giovanni<\/em><\/strong> und sein Bruder apulische K\u00f6stlichkeiten: Ihre Panini mit der frisch gegrillten Pferdewurst und der deftigen Caciocavallo Impiccato, eine ger\u00e4ucherte regionale K\u00e4sesorte, waren genau die St\u00e4rkung, die an so einem herrlichen M\u00e4rztag an der frischen Luft guttut. Dazu gab es kr\u00e4ftigen Rotwein und als Nachtisch saftige Orangen. <\/p>\n<\/div>\n\n\n\n

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Und die Mandelb\u00e4ume, deren Fr\u00fcchte l\u00e4ngst als superfood<\/em> gelten, lecker und gesund, mal ganz abgesehen von den vielen S\u00fc\u00dfspeisen, f\u00fcr die man sie braucht? Sie werden nicht so alt wie die Olivenb\u00e4ume, m\u00fcssen aber ebenfalls ab und zu geschnitten werden, damit sie nicht brechen, nicht morsch werden, Fr\u00fcchte tragen k\u00f6nnen. Ein beschnittener Baum sollte aussehen wie eine Vase: au\u00dfen im gro\u00dfen Rund die \u00c4ste, innen viel Luft und Licht, so dass Feuchtigkeit und Krankheiten fern bleiben. Kaum einer wei\u00df besser, wie das geht, als Prof. Vincenzo Lombardi<\/strong><\/em>, Giuseppes Vater, Landwirtschaftsexperte, Hochschullehrer und vor allem der erste Bio-Bauer Apuliens. Mit dem Zigarillo im Mundwinkel zog er mit uns in den oberen Teil des Museumsgartens, dorthin, wo die vielen alten Mandelb\u00e4ume stehen. Bed\u00e4chtig ging er vor, betrachtete den Baum zuerst, arbeitete sich dann Ast f\u00fcr Ast, Zweig f\u00fcr Zweig vor, konzentriert, immer wieder mit der S\u00e4ge innehaltend, sein Werk mit etwas Abstand kontrollierend, verbessernd. Wohl keiner von uns h\u00e4tte sich getraut, so mutige Schnitte zu machen wie er. Dass Vincenzo Lombardi bei diesem Workshop seine Technik, sein Wissen, seine Erfahrung zeigen konnte, war ein gro\u00dfes Gl\u00fcck. Sein K\u00f6nnen hat uns beeindruckt. Und f\u00fcr unseren eigenen Garten inspiriert. Danke, dass wir dabei sein durften! <\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n

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Ein Erfahrungsbericht von Oliver Hoischen, 25. M\u00e4rz 2024<\/strong><\/h3>\n\n\n\n
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Weitere Impressionen vom dritten Klimacamp-Tag in Palombaio<\/strong><\/h3>\n\n\n\n
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Domenico Angelini, Manuela Di Bari und Giuseppe Lombardi<\/div>
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Vorbohren der L\u00f6cher f\u00fcr die Weinreben<\/div>
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Palma Iacobelli pflanzt junge Weinreben.<\/div>
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Prof. Vincenzo Lombardi erkl\u00e4rt den Schnitt von Olivenb\u00e4umen.<\/div>
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Francesco aus der Ernteteam von Giuseppe Lombardi zeigt den richtigen Schnitt von Olivenb\u00e4umen.<\/div>
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Im Workshop Gelerntes direkt selber anwenden.<\/div>
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Nach dem Schnitt der Olivenb\u00e4ume folgt das Aufr\u00e4umen.<\/div>
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Giuseppe Lombardi und Conrad Bl\u00f6cke probieren wilden Spargel der auf dem Olivenhain w\u00e4chst.<\/div>
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Mittagessen auf dem Olivenhain.<\/div>
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Panini mit frisch gegrillter Pferdewurst und deftigen Caciocavallo Impiccato, eine ger\u00e4ucherte regionale K\u00e4sesorte von Giovanni und seinem Bruder.<\/div>
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Prof. Vincenzo Lombardi lehrt worauf es beim Schnitt von Mandelb\u00e4umen zu achten gilt.<\/div>
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Manuela Di Bari an der Motors\u00e4ge beim herunterschneiden von toten Mandelb\u00e4umen.<\/div>
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Manuela Di Bari lockert, in Vorbereitung f\u00fcr die Aussat, den Boden.<\/div>
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Giorgio beim Auss\u00e4en vom Dinkel \u2013 in Anleitung von Domenico Angelini.<\/div>
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Ausges\u00e4ter Dinkel zwischen den Weinreben.<\/div>
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