{"id":252,"date":"2013-10-28T12:54:03","date_gmt":"2013-10-28T11:54:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/?p=252"},"modified":"2013-10-28T12:54:19","modified_gmt":"2013-10-28T11:54:19","slug":"ein-reisebericht-von-maik-bunke-emden-november-2007","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/ein-reisebericht-von-maik-bunke-emden-november-2007\/","title":{"rendered":"Ein Reisebericht von Maik Bunke-Emden &#8211; November 2007"},"content":{"rendered":"<h3>Sechs Tage im S&uuml;dosten Italiens <\/h3>\n<p> <strong>07.11.2007<\/strong><br \/> Um&nbsp; 4.20 Uhr in der fr&uuml;h klingelte mein Wecker &ndash; welch&#8216; unmenschliche Zeit und doch schaffte ich es keine Stunde sp&auml;ter an Gleis 7 des Bremer Hauptbahnhofs zu stehen. Dort trudelten nach und nach sieben weitere Mitreisende ein und komplettieren die &bdquo;Reisgruppe Bremen&ldquo;. Die Bahn kam wieder mal &ndash; aufgrund von Bauarbeiten&nbsp; &ndash; zu sp&auml;t. Da wir &uuml;ber ein einigerma&szlig;en komfortables Zeitpolster verf&uuml;gten, bestiegen wir gelassen den Eurocity 7 nach K&ouml;ln. Neue Abfahrtszeit ca. 5.50 Uhr (statt 5.40 Uhr). Im Laufe der Zugfahrt verloren weitere 10 Minuten, sodass wir letztlich gegen 9.10 Uhr am K&ouml;lner Hauptbahnhof ankamen. Unseren direkten Anschluss via S-Bahn zum Flughafen K&ouml;ln\/Bonn verpassten wir, zwanzig Minuten Zeitpolster erwiesen sich in diesem Fall als zu wenig. Es wurde langsam enger aber die n&auml;chste S-Bahn lie&szlig; nicht lange auf sich warten. 9.20 Uhr. Ein kurzes Telefonat mit Conrad B&ouml;licke: &bdquo;Holst Du uns bitte am Gleis ab, damit wir nicht lange umherirren?&ldquo; Dieser machte diese Angelegenheit zur Chefsache und keine 15 Minuten sp&auml;ter erwartete er uns direkt am Gleis im Flughafen &ndash; nun aber schnell. Als wir endlich vorm Abflug-Schalter standen, verblieb uns nicht mal mehr eine halbe Stunde bis zum Abflug. Am Flughafen schlossen wir uns 14 weiteren Reisteilnehmern an, die ihrerseits den Weg nach K&ouml;ln gefunden hatten. Der Rest war Routine: Boarding, Sitzplatzsuche und los geht&rsquo;s, K&ouml;ln &ndash; Bari. <\/p>\n<p> Die Flugzeit war mit 2:10 Stunden angegeben, was auch ungef&auml;hr hinkam. 12.30 Uhr: Ankunft in Bari. Nachdem ich meinen Koffer unversehrt in Empfang genommen hatte, ersp&auml;hte ich auch schon unseren Reiseleiter, Dolmetscher und Entertainer Klaus Haase. Erster Vergleich: K&ouml;ln = grau, Bari = strahlend blau. Vor dem Flughafen wartete auch schon Luigi in einem 13m langen Bus auf uns. Von seinem fahrerischen K&ouml;nnen sollten wir uns in den folgenden Tagen noch zur Gen&uuml;ge &uuml;berzeugen k&ouml;nnen. Also dann, auf geht&rsquo;s! <\/p>\n<p> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-content\/uploads\/2011\/Reiseberichte\/125_2589.jpg\" width=\"200\" height=\"150\" hspace=\"5\" class=\"img-padding-left\" \/>Es wurde der Wunsch ge&auml;u&szlig;ert, vor dem Einchecken im Hotel noch eine Kleinigkeit zu essen. Klaus schlug vor, diese Kleinigkeit in einer Bar zu uns zu nehmen und ich staunte nicht schlecht, als der Bus auf den Parkplatz dessen einbog, was bei uns in deutschen Landen einfach Tankstelle genannt wird. In der Tat befand sich im Inneren des Geb&auml;udes neben einem bunt gef&auml;cherten Warensortiment auch ein gl&auml;serner Verkaufstresen mit Speisen in der Auslage sowie einem extra ausgewiesenen Sitzbereich. F&uuml;r zehn Euro erwarteten uns Nudeln mit Tomatensauce (wahlweise mit Ricotta oder Parmesan), ein kleiner Salat, Wasser nach Belieben und Espresso zum Nachsp&uuml;len. Alles in allem nicht schlecht. Gest&auml;rkt ging es dann weiter. Es muss so gegen 15.00 Uhr gewesen sein, als wir auf dem Parkplatz des Hotels La Corte di Opaka ankamen; ein typisches &bdquo;Hochzeitshotel&ldquo;, welches die harte W&auml;hrung in erster Linie mit Hochzeitsgesellschaften und Geburtstagsfeiern erwirtschaftet. Da aufgrund von Umbauarbeiten die Anzahl der Zimmer nicht ausreichte wurden Herr B&ouml;licke, die zwei Damen, die erst ein paar Stunden sp&auml;ter aus Stuttgart anreisen sollten und ich im unweit entfernten Hotel Canusium direkt im Ort Canosa einquartiert &ndash; ein kleines, gem&uuml;tliches Hotel. Trotz sprachlicher Verst&auml;ndigungsprobleme erwies sich der Besitzer des Hotels (Enrico) als wahre Frohnatur (aus Maik machte er Mikele). In den n&auml;chsten Tagen folgte ein allmorgendliches Ritual: &bdquo;Ciao Mikeeeele!&ldquo;&#8230; &bdquo;Ciao Enriiico!&ldquo;, am&uuml;sant. Nun hie&szlig; es erstmal drei Stunden neue Kraft tanken. <\/p>\n<p> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-content\/uploads\/2011\/Reiseberichte\/Apulien-2007-192.jpg\" width=\"200\" height=\"150\" hspace=\"5\" class=\"img-padding-left\" \/>Gegen Abend brachen wir gen Minervino auf. Mittlerweile waren auch die Reisenden aus Stuttgart mit an Bord und unsere Reisegruppe mit 24 Personen komplett. Bereits jetzt trat Luigi (unser Busfahrer) den eindrucksvollen Beweis an, dass ihm das Bus fahren in die Wiege gelegt wurde. Staunenden Blickes beobachtete ich mit welcher Pr&auml;zision er sein &bdquo;13m-Vehikel&ldquo; durch die engen Stra&szlig;en von Minervino schleuste. Einige Male dachte ich, das passt niemals und zack, schon waren wir vorbei. Wenn ein Auto im Weg stand, wurde kr&auml;ftig gehupt und kurze Zeit sp&auml;ter kam jemand aus irgendeiner Richtung und fuhr das Fahrzeug beiseite. Lichthupe und Hupe sind Italien g&auml;ngige Mittel, um sich im Stra&szlig;enverkehr zu behaupten. Getreu dem Motto: &bdquo;Wer bremst verliert&ldquo;. Umso erstaunlicher ist es, dass die Zahl der Verkehrunf&auml;lle auf Italiens Stra&szlig;en &auml;u&szlig;erst gering sein soll. <\/p>\n<p> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-content\/uploads\/2011\/Reiseberichte\/SANY0005.jpg\" width=\"200\" height=\"150\" hspace=\"5\" class=\"img-padding-left\" \/>Es war bereits dunkel und die kleinen mitunter engen Gassen in der Altstadt waren nett beleuchtet. Apropos Beleuchtung bzw. Strom: Die Verlegung der Stromleitungen kann man wirklich nur als abenteuerlich bezeichnen. Entlang den H&auml;userfassaden schl&auml;ngeln sich kreuz und quer unz&auml;hlige Meter Kabel. Es scheint fast so, dass jeder der Strom braucht, sich diesen einfach von der n&auml;chsten Abzweigdose holt. Nichts desto trotz verspr&uuml;ht besonders die Altstadt einen ganz besonderen Charme, wenn auch viele H&auml;user heruntergekommen sind. Interessant ist auch, dass sich mitunter an einem einzigen Haus ein halbes Dutzend oder mehr Hausnummern befinden, was dar&uuml;ber hinaus bedeuten kann, dass dieses Haus sieben Eigent&uuml;mer hat. Manche Wohnungen bzw. H&auml;user sind unbewohnt, was sich h&auml;ufig schon am &auml;u&szlig;eren Zustand erkennen l&auml;sst. Der anschlie&szlig;ende Stadtbummel f&uuml;hrte uns unter anderem an der Garage von Antonio Ippolito vorbei, welcher f&uuml;r arteFakt das k&ouml;stliche Peperoncino-&Ouml;l herstellt. <\/p>\n<p> Nach gesch&auml;tzten zwei Stunden kamen wir hungrig beim Lokal von Nicola an. Nicola erwies sich als wahre Frohnatur und servierte uns an diesem ersten Abend das meiner Meinung nach beste Abendessen w&auml;hrend der Reise, was allein schon dem ersten Gang zu verdanken war: Antipasti satt! Auberginen, getrocknete Tomaten, K&auml;se&#8230; Immer wieder wurden neue Teller mit anderen K&ouml;stlichkeiten aufgetischt. Ein Eis rundete den Festschmaus ab. Zum Abschluss kredenzte uns Nicola eine Art Zitronenlik&ouml;r mit welchem ich allerdings nicht warm geworden bin. Nach knapp vier Stunden neigte sich der Abend dem Ende zu. Luigi fuhr uns zur&uuml;ck in die Hotels, wo ich dann alsbald eingeschlafen bin. Kein Laut mehr aus Zimmer 206. <\/p>\n<p> <strong>08.11.2007<\/strong><br \/> Der Wecker klingelte diesmal zu einer weitaus humaneren Zeit. Unser &bdquo;Canusium-Quartett&ldquo; traf sich im Fr&uuml;hst&uuml;cksraum bei einer Tasse Kaffee und s&uuml;&szlig;em Fr&uuml;hst&uuml;ck. Gest&auml;rkt fuhren wir mit Klaus Pkw zum Hotel Opaka. Beim Hotel Opaka angekommen, erwarteten uns Luigi und die anderen G&auml;ste bereits. Als erstes stand ein weiterer Besuch in Minervino an. Im Zuge dessen wurde die Altstadt noch mal bei Tageslicht besichtigt und das Rathaus mit integriertem Museum besucht. Klaus Haase wusste mit sehr viel Hintergrundwissen zu &uuml;berzeugen. <\/p>\n<p> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-content\/uploads\/2011\/Reiseberichte\/DSC04360.jpg\" width=\"200\" height=\"150\" hspace=\"5\" class=\"img-padding-left\" \/>Unser Ziel f&uuml;r die Mittagsstunden hie&szlig; &bdquo;Margherita di Savoia&ldquo;, ein kleines &Ouml;rtchen mit direktem Zugang zum Meer. Bevor wir uns an der frischen Meeresluft erfreuen konnten, galt es das Mittagessen zu organisieren. &Uuml;ber unseren Busfahrer Luigi bekamen wir die Adresse eines kleinen Lokals ca. 1,5 km vom Strand entfernt. Ein Fall f&uuml;r unseren Italienisch-Experten Klaus, welcher uns ein Mittagessen f&uuml;r eine Stunde sp&auml;ter bestellte. So verblieb uns eine Stunde Zeit, um bei T-Shirt-Temperaturen den strahlend blauen Himmel zu genie&szlig;en und uns an der beruhigenden Wirkung des leichten Wellengangs zu berauschen. Zum Baden war das Wasser sicherlich zu kalt und der Sand lud auch nicht gerade dazu ein, hier die n&auml;chste Sandburg aus dem Boden zu stampfen, aber die Aussicht und die sanft anmutende Ger&auml;uschkulisse reichte v&ouml;llig aus, um das Gef&uuml;hl purer Entspannung aufkeimen zu lassen. Nach einer Stunde kehrten wir in das Lokal ein und a&szlig;en zu Mittag. Direkt im Anschluss fuhren wir zum Castel del Monte, das bekannteste Bauwerk aus der Zeit Friedrich des II. (1212-1250), seines Zeichens Hohenstaufer-Kaiser. Die auf einem H&uuml;gel erbaute Burg wird auch die &bdquo;Krone Apuliens&ldquo; genannt und ist architektonisch ebenso interessant wie au&szlig;ergew&ouml;hnlich &ndash; was nicht zuletzt an dem achteckigen Grundriss, den achteckigen T&uuml;rmen und dem kirchen&auml;hnlichen Portal liegt. Auch der Innenhof ist achteckig und nach oben hin offen. Nach einer Stunde des Erkundens machten wir uns wieder auf dem Weg zum Bus. <\/p>\n<p> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-content\/uploads\/2011\/Reiseberichte\/Apulien-2007-219.jpg\" width=\"200\" height=\"150\" hspace=\"5\" class=\"img-padding-left\" \/>Am Abend brachen wir erneut gen Minervino auf. Zuerst stand ein Besuch bei der Kooperative de Deo, die seit zwei Jahren unser Oliven&ouml;l No.7 aus kontrolliert biologischen Anbau produziert, auf dem Programm. Vor Ort konnten wir uns ein Bild von den technischen Ger&auml;tschaften machen, die n&ouml;tig sind, um aus den gefl&uuml;ckten Oliven, Oliven&ouml;l zu gewinnen. Sowohl die gewaltigen M&uuml;hlsteine, als auch die unterschiedlichen Pressen wussten zu faszinieren. Herr B&ouml;licke pers&ouml;nlich erkl&auml;rte im Detail, wie die Oliven zu Olivenbrei gemahlen und anschlie&szlig;end gepresst werden. Ergebnis: Fl&uuml;ssiges Gold. An diesem Abend dachte ich noch, dass es schade ist, die Maschinen nur im Stillstand betrachten zu k&ouml;nnen. Da es scheinbar um diese Uhrzeit nichts zu pressen gab, habe ich mir das Prozedere vor meinem geistigen Auge ablaufen lassen. Eine &uuml;beraus lehrreiche Stunde, auch wenn der Magen sich bemerkbar machte und die Konzentration nachlie&szlig;.&nbsp; <\/p>\n<p> Im Kampf gegen den Hunger kehrten wir kurze Zeit sp&auml;ter erneut bei Nicola ein, welcher uns auch diesmal mit Antipasti-Gaumenfreuden verw&ouml;hnte und Pizza sowie Obst servierte. Nach ca. zweieinhalb Stunden geselligen Beisammenseins brachte uns Luigi sicher zum Hotel Opaka, wo unser vierk&ouml;pfiger &bdquo;Teeclub&ldquo; Klaus&rsquo; Kleinwagen bestieg, um kurze Zeit sp&auml;ter im Hotel Canusium ins Bett zu sinken. <\/p>\n<p> <strong>Kleiner Exkurs: Der Fr&uuml;hst&uuml;ckstisch<\/strong><br \/> Kekse, Geb&auml;ck, s&uuml;&szlig;e Leckereien. Deftiges? Fehlanzeige! Jeden Morgen offenbarte sich ein &uuml;beraus umfangreiches B&uuml;ffet. Es gesellten sich Kekse zu Geb&auml;ck mit Marmeladenf&uuml;llung, da gesellten sich Muffins zu Donuts und sonstigen s&uuml;&szlig;en Versuchungen. Zwischen all diesem S&uuml;&szlig;werk fanden sich aber auch meine pers&ouml;nlichen Fr&uuml;hst&uuml;cksfavoriten: Obstteller, Joghurt und Br&ouml;tchen, wahlweise mit Nutella, Honig oder Marmelade. In Italien wird mitunter morgens nur eine Tasse Kaffee und ein Keks zu sich genommen und erst gegen Mittag und am Abend der Magen zur Arbeit angeregt. Fazit: Sicherlich ein St&uuml;ck weit nur Gew&ouml;hnungssache, aber auf Dauer nicht ganz meine Welt. <\/p>\n<p> <strong>09.11.2007<\/strong><br \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-content\/uploads\/2011\/Reiseberichte\/DSC04383.jpg\" width=\"200\" height=\"150\" hspace=\"5\" class=\"img-padding-left\" \/>An diesem Tag standen zwei Premieren an. Zum einen sollte ich zum ersten Mal in meinem Leben Oliven ernten und zum anderen sollte der arteFakt-Patenschaftsolivenhain in Palombaio eingeweiht werden. Nach st&auml;rkendem Fr&uuml;hst&uuml;ck brachen wir zum Hotel Opaka auf, um die Reise nach Palombaio zu Franco Cuonzo, seit Jahren unser Produzent des Oliven&ouml;ls No.7, anzutreten. Dort angekommen, fuhren Franco und seine Tochter Letizia im PKW voraus, Luigi folgte. Wieder mal schleuste er den Bus souver&auml;n durch kleine &Ouml;rtchen und Wege unterschiedlicher G&uuml;teklasse. Nach kurzer Zeit erreichten wir den Patenschaftshain Palombaio No.1. Vor Ort z&ouml;gerten wir nicht lange und begannen mit der Ernte. Auf dem Boden wurden feinmaschige Netze ausgebreitet, so fallen die Oliven relativ weich und k&ouml;nnen sp&auml;ter geb&uuml;ndelt abtransportiert werden. Unter Zuhilfnahme einer kleinen, ca. 15 cm gro&szlig;en Harke, die f&uuml;r gew&ouml;hnlich als Kinderspielzeug in der Sandkiste liegt, streifte ich ein paar Oliven in unmittelbarer Reichweite ab. Auf Oliven in h&ouml;heren Regionen wurde mit Hilfe einer Leiter Jagd gemacht. Als der Gro&szlig;teil der Oliven auf den Netzen lag, wurden die Netze geb&uuml;ndelt und schlie&szlig;lich die Ernte von Bl&auml;ttern und &Auml;sten befreit. Nach eineinhalb Stunden beendeten wir unsere Erntet&auml;tigkeit und betrachteten das Ergebnis; sah ganz sch&ouml;n wenig aus. <\/p>\n<p> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-content\/uploads\/2011\/Reiseberichte\/DSC04432.jpg\" width=\"200\" height=\"150\" hspace=\"5\" class=\"img-padding-left\" \/>Nun folgte der zeremonielle Teil des Vormittags, die Einweihung des Olivenhains. Es fanden sich sch&auml;tzungsweise 70 Personen, u.a. der B&uuml;rgermeister, eine Schulklasse sowie einige arteFakt-Freunde, deren Kreis im Laufe der Jahre immer gr&ouml;&szlig;er wurde, ein. Conrad B&ouml;licke richtete ein paar Worte an den versammelten Kreis. Standesgem&auml;&szlig; begossen wir die Einweihung mit einem Gl&auml;schen Sekt, gefolgt von einem ausgedehnten Essen. Gegen Nachmittag ergab sich dann doch noch die Gelegenheit, den Prozess der Oliven&ouml;lgewinnung in Aktion zu erleben. Franco Cuonzo gestattete uns einen Blick hinter die Kulissen. Es war die Gelegenheit, zu sehen, wie aus frisch gefl&uuml;ckten Oliven Oliven&ouml;l von bestechender Qualit&auml;t gewonnen wird. Eindrucksvoll! Nach diesem interessanten Erlebnis fuhren wir zur&uuml;ck ins Hotel. <\/p>\n<p> Ausgeruht brachen wir gegen Abend erneut gen Minervino auf, um in einem Lokal zu essen, das am Vorabend ausgebucht war. Der Name des Lokals ist mir entfallen; was in meinen Augen allerdings auch nicht so tragisch ist. Die kredenzten Speisen waren zwar lecker, der Service hingegen lie&szlig; stark zu w&uuml;nschen &uuml;brig. L&ouml;ffel wie auch Zuckert&uuml;ten &uuml;bten den Freiflug aus gr&ouml;&szlig;erer H&ouml;he; die Antipathie des Kellners uns gegen&uuml;ber war kaum zu &uuml;bersehen. Fazit: Diesen Besuch h&auml;tte man sich getrost sparen k&ouml;nnen. <\/p>\n<p> <strong>10.11.2007<\/strong><br \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-content\/uploads\/2011\/Reiseberichte\/Apulien-2007-404.jpg\" width=\"200\" height=\"150\" hspace=\"5\" class=\"img-padding-left\" \/>Der Wecker klingelt, die Dusche ruft, das Fr&uuml;hst&uuml;ck wartet; keine Stunde sp&auml;ter sitze ich im Bus. F&uuml;r den Morgen ist ein Besuch in Bitonto angesetzt. Nach rund einst&uuml;ndiger Busfahrt treffen wir vor Ort Franco de Vanna, arteFakt-Freund und hauptberuflich im Dienste der Polizei von Bitonto t&auml;tig. Dieser nahm sich die Zeit, um uns die Stadt zu zeigen. Nach wenigen Metern machten wir bereits vor einem kleinen Fischladen halt, welcher mit fangfrischem Meeresgut aufwartete. Ein paar Reiseteilnehmer konnten der Versuchung nicht widerstehen und probierten; mir war heute Morgen noch nicht nach Fisch. Weiter ging&rsquo;s zur Kathedrale San Valentino, &uuml;ber die uns Franco de Vanna eine Menge erz&auml;hlen konnte. Direkt im Anschluss machten wir uns auf dem Weg zu Marinelli, einer kleinen, versteckt gelegenen B&auml;ckerei, in welcher die hoch gesch&auml;tzten Taralli, ein Knabbergeb&auml;ck bestehend aus Wasser, Oliven&ouml;l, Mehl, Wein und Salz, gebacken werden. Vor Ort nahmen wir unser Mittagessen zu uns: Focaccia, eine Art luftiger Pizzateig mit Tomaten, sehr &ouml;lig aber lecker.<\/p>\n<p> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-content\/uploads\/2011\/Reiseberichte\/Apulien-2007-435.jpg\" width=\"200\" height=\"150\" hspace=\"5\" class=\"img-padding-left\" \/>Da unser Zeitplan eng gesteckt war, mussten wir kurze Zeit sp&auml;ter aufbrechen, um die Reise gen Matera fortzusetzen. Es war der k&auml;lteste Tag und zu allem &Uuml;berfluss hatte sich der Rei&szlig;verschluss meiner Jacke bereits Stunden vorher verabschiedet. F&uuml;r zwei Uhr waren wir mit Katharina verabredet. Katharina wurde zwar in Deutschland geboren und hat auch dort studiert, letztlich entschied sie sich aber f&uuml;r ein Leben in Italien. Ihr perfektes Deutsch und umfangreiches Wissen bescherte uns zwei lehrreiche Stunden, die sich, bedingt durch die kalte Witterung und meiner zum Umhang degradierten Jacke, frostig gestalteten. In diesen zwei Stunden erfuhren wir einiges &uuml;ber die Besonderheiten dieser Stadt. Ein beachtlicher Teil der &auml;rmeren Bev&ouml;lkerung wohnte bis vor noch gar nicht so langer Zeit in H&ouml;hlen, die in den Fels eingeschlagen wurden. In den H&ouml;hlen gab es kein flie&szlig;endes Wasser und die hygienischen Umst&auml;nde waren mehr als bedenklich, zumal auch die Tiere in der H&ouml;hle gehalten wurden. Wie wir erfuhren, reagierte die Regierung in den f&uuml;nfziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Bewohner der H&ouml;hlen wurden zwangsenteignet und in Sozialwohnungen im Randbezirk der Stadt &uuml;bergesiedelt. Heute sind die H&ouml;hlenwohnungen weitestgehend wieder restauriert und bewohnt. Bei vielen H&auml;usern befindet sich ein Teil des Geb&auml;udes im Fels, der mit einem Vorbau nach au&szlig;en vergr&ouml;&szlig;ert wurde. Insgesamt beschlich mich in Matera ein merkw&uuml;rdiges Gef&uuml;hl, was wahrscheinlich auch auf das Wissen um die Armut und die katastrophalen Umst&auml;nden, unter welchen die Menschen hier damals in ihren H&ouml;hlen lebten, zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist. Schlie&szlig;lich suchte unsere Reisegruppe ein Caf&eacute; auf, wo wir in einem beheizten Raum leckere Hei&szlig;getr&auml;nke zu uns nahmen. Herrlich!<\/p>\n<p> F&uuml;r den Abend hatte Franco Cuonzo uns zum Abendessen eingeladen. In famili&auml;rer Atmosph&auml;re lie&szlig;en wir es uns mit leckerer Antipasti und Lasagne gut gehen. Zum Abschied bekam jeder Reisende einen Liter frisch gepresstes Natives Oliven&ouml;l Extra geschenkt. <\/p>\n<p> <strong>11.11.2007<\/strong><br \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-content\/uploads\/2011\/Reiseberichte\/Apulien-2007-494.jpg\" width=\"200\" height=\"150\" hspace=\"5\" class=\"img-padding-left\" \/>Nach dem allmorgendlichen Ritual stand f&uuml;r diesen Tag der Besuch der Stadt Alberobello auf dem Plan. Das Interessante an der mit rund 11.000 Einwohnern recht kleinen Stadt, ist die Altstadt, die im wesentlichen aus Trulli besteht. Trulli (Ez.: Trullo) sind Kegelbauten aus &uuml;bereinander geschichteten Kalksteinplatten. Sehr h&uuml;bsch anzusehen! Die Statd geh&ouml;rt zum UNESCO-Weltkulturerbe. In kleinen Gruppen machten wir uns auf, um die Stadt zu erkunden. Nach knapp zweieinhalb Stunden traten wir die rund zweist&uuml;ndige R&uuml;ckfahrt an. <\/p>\n<p> Gegen Abend fuhren wir nach Trani. Dort war eigentlich die Besichtigung der Kathedrale San Nicola Pellegrino geplant, nur leider war diese bereits geschlossen als wir dort ankamen. Klaus Haase erkl&auml;rte uns dann in groben Z&uuml;gen, wie es im Inneren aussieht und in welchem geschichtlichen Kontext diese Kirche steht. Kurze Zeit sp&auml;ter schlenderten wir in kleinen Gruppen durch die Stadt. Ich war erstaunt wie viele Menschen am Sonntagabend in der Stadt auf den Beinen sind. Ungef&auml;hr eine Stunde sp&auml;ter versammelten sich alle an einem vorher ausgemachten Treffpunkt, um wenig sp&auml;ter im &bdquo;Ristorante Rosa dei Venti&ldquo; einzukehren. Dort wurde ein weiterer Antipasti-Traum Wirklichkeit und auch die Hauptspeise war himmlisch. Frau Schmalz-Jacobsen hatte an diesem Tag Geburtstag und bezahlte die Getr&auml;nke an diesem Abend (Vielen Dank!). Sp&auml;ter, nachdem alle ges&auml;ttigt waren, holte Klaus Haase die Gitarre heraus und wir gaben gemeinsam ein paar Lieder (u.a. Marina) zum Besten. Ges&auml;ttigt fuhren wir anschlie&szlig;end zur&uuml;ck ins Hotel. <\/p>\n<p> <strong>12.11.2007<\/strong><br \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-content\/uploads\/2011\/Reiseberichte\/DSC04574.jpg\" width=\"200\" height=\"150\" hspace=\"5\" class=\"img-padding-left\" \/>An unserem letzten Tag stand der Besuch Baris, der Hauptstadt der Region Apulien, an. Da die Zeit bis zum Abflug &auml;u&szlig;erst begrenzt war, beschr&auml;nkten wir uns auf die Besichtigung der Kathedrale San Nicola. Danach verblieb uns ungef&auml;hr eine Stunde um die Innenstadt zu erkunden. Nach &uuml;beraus kurzen 60 Minuten trudelten nach und nach alle beim Bus ein und Luigi man&ouml;vrierte den Bus durch z&auml;hen Verkehr zum Flughafen. Abflug Bari um 13.55 Uhr. <\/p>\n<p> Am Flughafen in K&ouml;ln angekommen nahmen wir unsere Koffer in Empfang und nach und nach zerstreute sich die Reisegruppe in alle Richtungen. Unsere kleine &bdquo;Bremer Runde&ldquo;, reiste bequem mit dem ICE gen Heimat. Mit zehn Minuten Versp&auml;tung erreichten wir gegen 21.25 Uhr unser Ziel. Was folgte war eine kleine Abschiedszeremonie und die letzte Etappe auf dem Nachhauseweg. Um 21.45 Uhr schloss ich meine Wohnungst&uuml;r auf&#8230; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sechs Tage im S&uuml;dosten Italiens 07.11.2007 Um&nbsp; 4.20 Uhr in der fr&uuml;h klingelte mein Wecker &ndash; welch&#8216; unmenschliche Zeit und doch schaffte ich es keine Stunde sp&auml;ter an Gleis 7 des Bremer Hauptbahnhofs zu stehen. Dort trudelten nach und nach sieben weitere Mitreisende ein und komplettieren die &bdquo;Reisgruppe Bremen&ldquo;. Die Bahn kam wieder mal &ndash;&hellip;&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/ein-reisebericht-von-maik-bunke-emden-november-2007\/\" class=\"\" rel=\"bookmark\">Weiterlesen &raquo;<span class=\"screen-reader-text\">Ein Reisebericht von Maik Bunke-Emden &#8211; November 2007<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"footnotes":""},"categories":[208],"tags":[],"class_list":["post-252","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-reiseberichte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/252","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=252"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/252\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=252"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=252"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=252"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}