{"id":25744,"date":"2026-10-01T10:05:14","date_gmt":"2026-10-01T09:05:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/?p=25744"},"modified":"2026-10-01T10:05:14","modified_gmt":"2026-10-01T09:05:14","slug":"kognitiver-abbau-demenz-und-die-wirkung-von-olivenoel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/kognitiver-abbau-demenz-und-die-wirkung-von-olivenoel\/","title":{"rendered":"Kognitiver Abbau, Demenz und die Wirkung von Oliven\u00f6l"},"content":{"rendered":"
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Oliven\u00f6l & Gesundheit<\/p>\n

Kognitiver Abbau, Demenz und die Wirkung von Oliven\u00f6l<\/h1>\n

Welche Rolle Gef\u00e4\u00dfgesundheit, mediterrane Ern\u00e4hrung, Oliven\u00f6l und Polyphenole bei kognitivem Abbau und Demenz spielen.<\/p>\n

Gesundheit \u00b7 Wissenschaft & Ern\u00e4hrung<\/p>\n<\/header>\n

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\"Eine<\/p>\n<\/div>\n

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Kognitiver Abbau im Alter ist nicht nur eine lebenseinschr\u00e4nkende Entwicklung f\u00fcr die Betroffenen und deren Familien, sondern ein globales Gesundheitsproblem, das sich auch auf die Sozialstruktur und die \u00d6konomie der jeweiligen L\u00e4nder und Gesellschaften auswirkt. Da die Menschen in der westlichen Welt immer \u00e4lter werden, geht man davon aus, dass sich der kognitive Verfall in der Bev\u00f6lkerung bis 2030 verdoppelt und bis 2050 verdreifacht.<\/p>\n

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01<\/p>\n

Demenz und ihre unterschiedlichen Formen<\/h2>\n

Zu den neurodegenerativen Erkrankungen z\u00e4hlt auch die Demenz, welche einen \u00dcberbegriff darstellt und keine eigenst\u00e4ndige Erkrankung ist. Es existieren verschiedene Demenzarten, die nicht immer klar voneinander abgrenzbar sind und vielf\u00e4ltige Ursachen haben. Zwei Arten stechen hierbei besonders heraus: die vaskul\u00e4re Demenz sowie die Alzheimer Demenz. H\u00e4ufig treten auch Mischformen zwischen den beiden Arten auf.1<\/sup><\/p>\n

Die vaskul\u00e4re Demenz ist prim\u00e4r auf Durchblutungsst\u00f6rungen im Gehirn zur\u00fcckzuf\u00fchren, wobei das Gehirngewebe gesch\u00e4digt wird und Nerven absterben, da die notwendige Versorgung mit Sauerstoff und N\u00e4hrstoffen nicht mehr gew\u00e4hrleistet wird.<\/p>\n<\/div>\n

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\"H\u00e4nde<\/p>\n<\/div>\n

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02<\/p>\n

Was bei der Alzheimer Demenz geschieht<\/h2>\n

Das Hauptmerkmal f\u00fcr die Alzheimer Demenz ist die Ablagerung von fehlerhaften Proteinen im Gehirn.<\/p>\n

Tau-Proteine sind wichtige Strukturproteine innerhalb der Nervenzellen, wo sie f\u00fcr Stabilit\u00e4t und den einwandfreien Transport von N\u00e4hrstoffen zust\u00e4ndig sind. Im Zuge der Alzheimer Demenz ver\u00e4ndern sich diese Tau-Proteine, wodurch das zellul\u00e4re Transportsystem zusammenbricht.<\/p>\n

Amyloid-Plaques sind das zweite Charakteristikum f\u00fcr die Alzheimer Demenz. Diese Plaques sind unl\u00f6sliche Ablagerungen aus fehlerhaft gefalteten Proteinfragmenten. Sie sammeln sich zwischen den Nervenzellen in der grauen Hirnsubstanz und st\u00f6ren die neuronalen Signale.<\/p>\n

Erstaunlicherweise bilden sich die Amyloid-Plaques teilweise schon 15 \u2013 20 Jahre vor Auftreten der ersten klinischen Symptome.<\/p>\n

All diese krankhaften Prozesse f\u00fchren zum Absterben der Gehirnzellen. Daneben spielt auch oxidativer Stress und eine Entz\u00fcndung der Nerven bei der Alzheimer Demenz eine Rolle, genau so wie sch\u00e4dliche Ver\u00e4nderungen der Gef\u00e4\u00dfe.<\/p>\n

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03<\/p>\n

Gef\u00e4\u00dfgesundheit und Risikofaktoren<\/h2>\n

Beide Demenzerkrankungen sind fortschreitend und k\u00f6nnen nicht geheilt werden.<\/p>\n

Der Erhalt einer gesunden Gef\u00e4\u00dffunktion ist daher von essentieller Bedeutung bei der Risikoreduktion f\u00fcr kognitiven Verfall. Erkrankungen und Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, \u00dcbergewicht und eine Erh\u00f6hung der Blutfette treten h\u00e4ufig bei den oben genannten Formen der Demenz auf. Wer hier schon l\u00e4nger mitliest wei\u00df, dass die eben genannten Risikofaktoren gut mit einer entsprechenden Ern\u00e4hrung und allgemeinen Lebensstil\u00e4nderung in den Griff zu bekommen sind.1,2<\/sup><\/p>\n<\/div>\n

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\"Eine<\/p>\n<\/div>\n

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04<\/p>\n

Die Rolle der Ern\u00e4hrung3-9<\/sup><\/h2>\n

Viele der heutigen Zivilisationskrankheiten k\u00f6nnen mit der richtigen Ern\u00e4hrung \u2013 und dem passenden Lebensstil \u2013 in Schach gehalten und sogar geheilt werden. Nach aktuellem Stand der Medizin, scheinen neurodegenerative Erkrankungen leider eine gro\u00dfe Ausnahme zu bilden. Kognitiver Verfall l\u00e4sst sich (bisher) kaum aufhalten und schon gar nicht umkehren.<\/p>\n

Welche Ern\u00e4hrungsweisen am besten f\u00fcr die Pr\u00e4vention geeignet sind, habe ich im Artikel \u00fcber die einzelnen Lebensstilfaktoren erl\u00e4utert. Mich interessiert in diesem Abschnitt besonders, welche Rolle ein qualitativ hochwertiges Oliven\u00f6l und Polyphenole spielen. Ich betone hierbei ausdr\u00fccklich, dass nicht ein einziges Lebensmittel in der Lage ist, Krankheiten zu verursachen oder zu heilen. Es ist immer das Zusammenspiel aus vielen verschiedenen Faktoren. Nichtsdestotrotz: Was sagt die Forschung zum Thema Oliven\u00f6l, Polyphenole und kognitivem Abbau?<\/p>\n

Eine der f\u00fchrenden Studien, welche erstmals den Zusammenhang zwischen Oliven\u00f6l und Hirngesundheit untersucht haben, ist die \u201eThree Cities Study\u201c. \u00dcber einen vierj\u00e4hrigen Zeitraum wurden knapp 7.000 Probanden ohne bestehende kognitive Defizite und \u00e4lter als 65 Jahre beobachtet, wobei die kognitive Entwicklung und der Oliven\u00f6lkonsum im Fokus standen. Nach Ablauf der Zeit konnte ein signifikanter Zusammenhang zwischen der H\u00e4ufigkeit der Nutzung von Oliven\u00f6l und der kognitiven Entwicklung hergestellt werden. Wurde Oliven\u00f6l sowohl f\u00fcr die warme als auch kalte K\u00fcche verwendet, war dies assoziiert mit einem geringeren Risiko f\u00fcr kognitive Defizite im visuellen Ged\u00e4chtnis und der Wortfl\u00fcssigkeit. Auf die allgemeine kognitive Funktion hatte der Oliven\u00f6lkonsum im von den Forschern genutzten Test (MMSE) keine Auswirkung. Die Studie hat, wie fast jede Studie, ihre Grenzen. Allerdings legte sie die Basis f\u00fcr viele weitere wissenschaftliche Untersuchungen, welche auf die wichtige Rolle einer oliven\u00f6lreichen Mediterranen Ern\u00e4hrung hindeuten.<\/p>\n

Die Three Cities Study unterstreicht die Relevanz der Ern\u00e4hrung bei der Pr\u00e4vention. Aber wie sieht es aus therapeutischer Sicht aus?<\/p>\n

Eine aktuelle Metaanalyse aus dem Jahr 2026, die den Einfluss von Oliven\u00f6l auf bereits bestehende kognitive Defizite analysierte, kam zu gemischten Ergebnissen. Liegen bereits kognitive Defizite bis hin zur Demenz vor, scheinen die positiven Effekte von Oliven\u00f6l nicht mehr signifikant zu sein. Die Forscher kommen allerdings zu dem Schluss, dass gr\u00f6\u00dfer angelegte Studien n\u00f6tig sind, um die Ergebnisse zu verifizieren.<\/p>\n

Werden Oliven\u00f6l und Polyphenole jedoch in das Gesamtbild der Mediterranen Ern\u00e4hrung integriert, ist die Studienlage eindeutiger.<\/p>\n

Die Mediterrane Ern\u00e4hrung reduziert bekannterma\u00dfen nicht nur oxidativen Stress und Entz\u00fcndungen im Gehirn, sondern ist auch mit einem geringeren Verlust an Gehirnvolumen und einem langsameren Voranschreiten der Alzheimer Demenz assoziiert. Wie ich bereits in anderen Artikel ausf\u00fchrlich dargelegt habe, beeinflusst die Mediterrane Ern\u00e4hrung auch die Risiken f\u00fcr diverse Zivilisationskrankheiten. Kardiovaskul\u00e4re Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2 oder das metabolische Syndrom stehen ihrerseits im Zusammenhang mit der Entwicklung von Demenzerkrankungen.<\/p>\n

Vor allem Insulinresistenz, wie sie zum Beispiel beim Diabetes mellitus auftritt, und Mangelern\u00e4hrung stellen signifikante Risikofaktoren f\u00fcr den kognitiven Verfall dar. Besonders Mangelern\u00e4hrung wirkt sich negativ auf die Verbindung zwischen Darm und Gehirn aus, wodurch neurodegenerative Prozesse verst\u00e4rkt werden.<\/p>\n

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05<\/p>\n

Zusammenfassung<\/h2>\n

Die Studienlage hinsichtlich der Pr\u00e4vention f\u00fcr kognitiven Verfall und Demenzerkrankungen ist mittlerweile sehr eindeutig. Sowohl die Mediterrane Ern\u00e4hrung als auch die drauf fu\u00dfende MIND Ern\u00e4hrung weisen sehr gute Ergebnisse auf. Und da Ver\u00e4nderungen im Gehirn teilweise Jahrzehnte vor den ersten Symptomen entstehen, ist es wichtig, sich fr\u00fchzeitig einen \u201egehirngesunden\u201c Lebensstil anzueignen.<\/p>\n

Bestehen bereits kognitive Defizite, scheint sich die Mediterrane Ern\u00e4hrung auch hier positiv auszuwirken. Auch wenn neurodegenerative Erkrankungen nicht geheilt werden k\u00f6nnen, so kann zumindest \u00fcber einen entsprechenden Lebensstil versucht werden, das Voranschreiten der Erkrankungen zu verlangsamen.<\/p>\n

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Quellen<\/h2>\n
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01<\/div>\n
\u201eThe role of the Mediterranean diet in reducing the risk of cognitive impairment, dementia, and Alzheimer\u2019s disease: a meta-analysis\u201d Fekete et al., GeroScience (2025) 47:3111-3130<\/div>\n<\/div>\n
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02<\/div>\n
\u201ePolyphenols for the Prevention and Treatment of Cognitive Impairment\u201d. Masahito Yamada, J Nutr Sci Vitaminol<\/em>, 68, S121-S123, 2022<\/div>\n<\/div>\n
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03<\/div>\n
\u201eOlive oil and cognition: results from the three-city study.\u201d Berr at al., Dement Geriatr Cogn Disord. 2009;28(4):357-64<\/div>\n<\/div>\n
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04<\/div>\n
\u201eMediterranean diet improves cognition: the PREDIMED-NAVARRA randomised trial\u201d. Martinez-Lapiscina et al., J Neurol Neurosurg Psychiatry. 2013 Dec;84(12):1318-25<\/div>\n<\/div>\n
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05<\/div>\n
\u201eMediterranean diet and 3-year Alzheimer brain biomarker changes in middle-aged adults.\u201d Berti V, Walters M, Sterling J, et al., Neurology. 2018;90:e1789-e1798<\/div>\n<\/div>\n
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06<\/div>\n
\u201eEffect of extra virgin olive oil on mild cognitive impairment and dementia in older adults: a systematic review and meta-analysis of clinical trials\u201d. Sim\u00e3o et al., Clin Nutr ESPEN. 2026 Jun:73:102977<\/div>\n<\/div>\n
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07<\/div>\n
\u201eEffect of nutrition on neurodegenerative diseases. A systematic review\u201d. Bianchi V, Herrera P and Laura R. Nutr Neurosci. 2021 Oct;24(10):810-834<\/div>\n<\/div>\n
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08<\/div>\n
\u201eNutrition and cognitive health: A life course approach\u201d. Puri S, Shahee M and Grover B. Front Public Health. 2023 Mar 27;11:1923907<\/div>\n<\/div>\n
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09<\/div>\n
\u201eThe role of nutrition in Alzheimer\u2019s disease\u201d. \u015alinwi\u0144ska S and Jedziorek M; Rocz Panstw Zakl Hig. 2021;72(1):28-39<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n

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Autorin<\/p>\n

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\"Sina<\/p>\n

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Sina Silberberger<\/h3>\n


\nZur Autorin
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\n\u2190 Alle Gesundheitsthemen
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