{"id":25780,"date":"2026-10-15T12:56:35","date_gmt":"2026-10-15T11:56:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/?p=25780"},"modified":"2026-10-15T14:15:14","modified_gmt":"2026-10-15T13:15:14","slug":"140-olivenbaeume-fuer-den-kaiserstuhl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/140-olivenbaeume-fuer-den-kaiserstuhl\/","title":{"rendered":"140 Olivenb\u00e4ume f\u00fcr den Kaiserstuhl"},"content":{"rendered":"


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arteFakt Projekte – Erlebnisbericht<\/p>\n<\/div>\n

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140 Olivenb\u00e4ume f\u00fcr den Kaiserstuhl<\/h1>\n

Ein Pflanzwochenende zwischen Weinreben, Vulkanboden und der Idee vom deutschen Oliven\u00f6l<\/p>\n<\/header>\n

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15.10.2026\u00a0\u00a0\u00b7\u00a0\u00a0Verfasser: Sebastian Neese<\/p>\n<\/div>\n

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\"arteFakt-Freund:innen<\/p>\n

arteFakt-Freund:innen v.l.n.r.: Georg, Richard, Karin, Sebastian, Manuel, Hanspeter, Daniel, Christoph<\/p>\n<\/div>\n

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Nach gerade einmal 25 Zentimetern wurde der Boden so hart wie Beton. Keine besonders ermutigende Entdeckung, wenn man sich vorgenommen hat, an einem einzigen Samstag 140 Olivenb\u00e4ume in die Erde zu bringen. Zum Gl\u00fcck waren wir viele. Und ein bisschen ungew\u00f6hnlich war die Idee, f\u00fcr die wir an diesem Wochenende im Kaiserstuhl zusammen-gekommen waren, ja ohnehin: Oliven\u00f6l aus Deutschland!<\/p>\n


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\n01<\/span>Wie aus einer Winzerfamilie die Idee f\u00fcr einen Olivenhain entstand<\/span><\/summary>\n
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Die Br\u00fcder Manuel und Daniel Breier aus Vogtsburg im Kaiserstuhl entstammen einer fr\u00fcheren Winzerfamilie. Die landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen haben sie von ihrem Gro\u00dfvater geerbt, bislang waren diese jedoch verpachtet. Durch die gegenw\u00e4rtige Krise im Weinbau werden nun einige der Rebfl\u00e4chen an sie zur\u00fcckgegeben. Damit stellte sich f\u00fcr die beiden die Frage, was sie mit dem Land anfangen wollen.<\/p>\n

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\"Die
Manuel und Daniel mit ihrer Familie sowie B\u00fcrgermeister Benjamin zwischen ihnen.<\/figcaption><\/figure>\n

Den Weinbau selbst wieder aufzunehmen, kam f\u00fcr sie nicht infrage. Gleichzeitig wuchs mit der Suche nach einer neuen Nutzung auch die Sehnsucht, selbst landwirtschaftlich t\u00e4tig zu werden. Vielleicht steckt die Begeisterung daf\u00fcr ja doch ein wenig in den Genen, wenn schon die Generationen vor einem von der Landwirtschaft gelebt haben.<\/p>\n

Manuel und Daniel wollten jedenfalls etwas Neues ausprobieren. Eine Kultur, die unter den sich ver\u00e4ndernden klimatischen Bedingungen vielleicht eine Zukunft in der Region haben k\u00f6nnte und zugleich au\u00dfergew\u00f6hnlich genug w\u00e4re, um auf dem deutschen Markt eine eigene Nische zu finden.<\/p>\n

Dass inzwischen auch andere nach Alternativen zum traditionellen Weinbau suchen, hat handfeste Gr\u00fcnde. Die wirtschaftliche Lage vieler Winzerbetriebe ist angespannt, die Konkurrenz auf dem Weinmarkt gro\u00df. Baden-W\u00fcrttemberg plant ab 2027 sogar eine Pr\u00e4mie von 2.500 Euro je Hektar f\u00fcr gerodete Rebfl\u00e4chen, die vor\u00fcbergehend als Bl\u00fchbrache stillgelegt werden.1<\/a><\/sup><\/p>\n

Mitten in diesen \u00dcberlegungen stie\u00dfen Manuel und Daniel im vergangenen Jahr auf die ZDF-Sendung \u201eplan b\u201c, in der \u00fcber unsere Arbeit bei arteFakt berichtet wurde. Eine Anfrage an uns, ein nettes Telefonat und ein erstes sympathisches Zusammentreffen sp\u00e4ter war die Idee geboren, gemeinsam einen Olivenhain zwischen den Weinbergen am Kaiserstuhl anzulegen.<\/p>\n

Und einen Namen hatten die beiden Br\u00fcder auch schon im Kopf. Passend zum vulkanischen Gestein der Region sollte ihr zuk\u00fcnftiges Oliven\u00f6l einmal VulkanOil hei\u00dfen.<\/p>\n

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\"Mann
Daniel mit dem zuk\u00fcnftigen Logo von VulkanOil: Der Name f\u00fcr das k\u00fcnftige Oliven\u00f6l steht bereits fest.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/details>\n

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\n02<\/span>Die Vorbereitung: Zwei Olivensorten und die Hoffnung auf ein Cuv\u00e9e<\/span><\/summary>\n
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Von der ersten Idee bis zur tats\u00e4chlichen Pflanzung lag allerdings noch knapp ein Jahr voller Gespr\u00e4che und Vorbereitungen. Immer wieder tauschten sich Manuel und Daniel mit Conrad und Christoph aus. Conrad besch\u00e4ftigte sich vor allem mit dem gro\u00dfen Ganzen, Christoph mit der Auswahl der Olivensorten und ihren sp\u00e4teren geschmacklichen Eigenschaften.<\/p>\n

Denn mit der Entscheidung, Olivenb\u00e4ume zu pflanzen, waren l\u00e4ngst nicht alle Fragen beantwortet. Welche Sorten w\u00fcrden sich f\u00fcr das Klima am Kaiserstuhl eignen? Wie gro\u00df sollten die B\u00e4ume beim Kauf sein, in welchen Abst\u00e4nden w\u00fcrden sie gepflanzt und wie wollte man sie sp\u00e4ter pflegen? Und irgendwann, hoffentlich, w\u00fcrde es ja auch um die erste Olivenernte gehen.<\/p>\n

Nach intensiver Recherche entschieden wir uns schlie\u00dflich f\u00fcr die beiden Olivensorten Leccino und Manaki.<\/p>\n

Die aus Italien stammende Leccino gilt als vergleichsweise k\u00e4ltetolerant und reift relativ fr\u00fch. Aus ihren Oliven entstehen harmonische, mild bis mittelfruchtige Oliven\u00f6le mit Aromen von Mandeln, gr\u00fcnen \u00c4pfeln und frisch geschnittenem Gras. Manaki hingegen stammt aus Griechenland, genauer aus der Region um Korinth. Sie gilt als relativ trockenheits- und k\u00e4ltetolerant, reift etwas sp\u00e4ter und bringt elegante, ausgewogene Oliven\u00f6le mit fruchtigen und gr\u00fcnen Aromen hervor.<\/p>\n

Beide Sorten ben\u00f6tigen winterliche K\u00e4ltephasen f\u00fcr die Bl\u00fctenbildung und vertragen vergleichsweise niedrige Temperaturen. St\u00e4rkere Fr\u00f6ste k\u00f6nnen ihnen dennoch zusetzen. Wie sie mit den tats\u00e4chlichen Bedingungen am Kaiserstuhl zurechtkommen, wird sich also erst in den n\u00e4chsten Jahren zeigen.<\/p>\n

Uns interessiert dabei besonders, wie sich die unterschiedlichen Eigenschaften der beiden Sorten auf ihr Wachstum, ihren Ertrag und die sp\u00e4tere Oliven\u00f6lqualit\u00e4t auswirken. Und nat\u00fcrlich haben wir mit Christoph, unserem erfahrenen Oliven\u00f6lsensoriker, auch den Geschmack im Blick. Aus Leccino und Manaki k\u00f6nnte einmal eine ausgesprochen interessante, feinaromatische Cuv\u00e9e entstehen. Mit ihrer Herkunft vom vulkanisch gepr\u00e4gten Kaiserstuhl w\u00e4re das ein Oliven\u00f6l, wie man es bisher nicht kennt.<\/p>\n

Ganz neu ist der Gedanke, Oliven n\u00f6rdlich der Alpen anzubauen, allerdings nicht. Sowohl am Kaiserstuhl als auch in der Pfalz gibt es bereits erste Versuche. Die vergleichsweise milden Winter und die klimatischen Ver\u00e4nderungen machen solche \u00dcberlegungen zunehmend interessant, auch wenn der Olivenanbau hier weiterhin mit erheblichen Unsicherheiten verbunden ist.<\/p>\n

Wir wollen bei unserem gemeinsamen Vorhaben au\u00dferdem einen agroforstwirtschaftlichen Ansatz verfolgen. Schlie\u00dflich w\u00e4re wenig gewonnen, wenn wir die bisherige Monokultur der Weinreben einfach durch eine Monokultur aus Olivenb\u00e4umen ersetzen w\u00fcrden. Auf Dauer sollen sich hier verschiedene Pflanzen erg\u00e4nzen und gemeinsam dazu beitragen, den Boden fruchtbarer zu machen, Wasser besser im Boden zu halten und mehr Lebensraum f\u00fcr Bodenorganismen und andere Tiere zu schaffen.<\/p>\n

\u00c4hnliche Fragen besch\u00e4ftigen uns bereits auf unserem Patenschafts-Olivenhain in Palombaio in Apulien, den wir Schritt f\u00fcr Schritt zu einer agroforstwirtschaftlichen Versuchsanlage weiterentwickeln. Die Pflanzung am Kaiserstuhl soll nun der Beginn einer weiteren solchen Modellfl\u00e4che werden, jedoch unter anderen klimatischen Bedingungen.<\/p>\n<\/div>\n<\/details>\n

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\n03<\/span>Auf nach Freiburg!<\/span><\/summary>\n
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Als der Pflanztermin f\u00fcr das erste Oktoberwochenende feststand, berichteten wir in unserem Newsletter von der bevorstehenden Aktion und luden unsere arteFakt-Freund ein, mit anzupacken. Die Resonanz war erfreulich, auch wenn am Ende einige der Interessierten verhindert waren und unsere Reisegruppe dadurch etwas kleiner ausfiel als gedacht.<\/p>\n

Mit dabei waren Karin und Richard, die uns seit Jahren auch vor und nach den Oliven\u00f6l-Abholtagen tatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzen, Hanspeter, der bereits bei Reisen zur Oliven- und Orangenernte mitgefahren war, Georg, ausgebildeter G\u00e4rtner und Streuobstkenner direkt aus Freiburg, sowie Christoph und ich.<\/p>\n

Manuel und Daniel hatten au\u00dferdem zahlreiche Freund:innen, ihre Familien und die Kinder f\u00fcr die Pflanzaktion zusammengetrommelt. An helfenden H\u00e4nden sollte es also nicht mangeln.<\/p>\n

Am Freitag machten Christoph und ich uns mit der Bahn auf den Weg nach Freiburg. Dort wurden wir gemeinsam mit Karin, Richard und Hanspeter von den beiden Br\u00fcdern am Hauptbahnhof eingesammelt und fuhren erst einmal zur zuk\u00fcnftigen Olivenpflanzung.<\/p>\n

Die 140 jungen B\u00e4ume waren bereits angeliefert worden. Wir begutachteten sie, besprachen die Aufgaben f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag und schauten uns auch die aufgeladene Pflanzenkohle und das Mykorrhiza-Pulver an, die wir bei der Pflanzung einsetzen wollten.<\/p>\n

Anschlie\u00dfend ging es zur\u00fcck nach Freiburg, wo wir mit Manuel und Daniel noch einen netten gemeinsamen Abend verbrachten. Besonders lang wurde er allerdings nicht, schlie\u00dflich sollte es am n\u00e4chsten Morgen schon kurz nach acht Uhr wieder hinaus zur Fl\u00e4che gehen.<\/p>\n<\/div>\n<\/details>\n

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\n04<\/span>Jetzt wird gepflanzt: 140 B\u00e4ume und ein widerspenstiger Boden<\/span><\/summary>\n
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Am Samstag war es dann so weit. Ob wir tats\u00e4chlich alle 140 Olivenb\u00e4ume an einem Tag gepflanzt bekommen w\u00fcrden, war noch keineswegs sicher. Vor allem der Boden machte uns die Arbeit schwer.<\/p>\n

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\"Helfende
Pflanzarbeiten am Samstagmorgen noch im Nebel, bevor dann am Mittag die Sonne rauskam.<\/figcaption><\/figure>\n

Unterhalb von etwa 25 Zentimetern Tiefe war er derart verdichtet, dass wir beim Ausheben der Pflanzl\u00f6cher kaum noch weiterkamen. Zum Gl\u00fcck wusste Dario, einer der Freunde von Manuel und Daniel, sich zu helfen. Mit einem spitz zulaufenden Stab brach er den harten Boden auf, damit wir die Pflanzenkohle auch etwas tiefer einbringen konnten.<\/p>\n

Ob es den Wurzeln sp\u00e4ter gelingt, diese verdichtete Schicht zu durchdringen und den Boden mit der Zeit weiter zu erschlie\u00dfen, wird eine der spannenden Fragen der kommenden Jahre sein.<\/p>\n

Auch wollten wir die Gelegenheit nutzen, neben der eigentlichen Pflanzung auch M\u00f6glichkeiten der Bodenverbesserung zu erproben. Daf\u00fcr hatten wir bereits aufgeladene Pflanzenkohle nach Vogtsburg liefern lassen. Pflanzenkohle besitzt eine por\u00f6se Struktur, in der sich Wasser und N\u00e4hrstoffe speichern lassen und die Mikroorganismen Lebensraum bietet. Welche Wirkung sie tats\u00e4chlich entfaltet, h\u00e4ngt allerdings von den jeweiligen Bodenbedingungen ab.<\/p>\n

Vor dem Einpflanzen tr\u00e4nkten wir s\u00e4mtliche Wurzelballen in Wasser, dem wir Pflanzenkohle und Mykorrhiza-Pulver zugesetzt hatten. Hinter dem etwas sperrigen Begriff Mykorrhiza steckt eine faszinierende Partnerschaft zwischen Pilzen und Pflanzenwurzeln. Die Pilze k\u00f6nnen mit ihren viel feineren Wurzeln (den Hyphen) den Pflanzen helfen, Wasser und N\u00e4hrstoffe aufzunehmen, und erhalten daf\u00fcr Kohlenhydrate aus der Photosynthese der Pflanze. Diese Zusammenarbeit wollten wir von Beginn an unterst\u00fctzen.<\/p>\n

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\"Vier
Austausch an den jungen Olivenb\u00e4umen w\u00e4hrend des Pflanztags.<\/figcaption><\/figure>\n

Zus\u00e4tzlich erprobten wir zwei unterschiedliche Methoden, Pflanzenkohle in den Boden einzubringen. Dabei wechselten wir die beiden Verfahren von Baum zu Baum ab. Jeder siebte Baum erhielt keine zus\u00e4tzliche Pflanzenkohle im Boden und dient uns als Vergleichsbaum.<\/p>\n

Damit wir sp\u00e4ter noch wissen, welcher Baum auf welche Weise behandelt wurde, kennzeichneten wir die verschiedenen Varianten mit unterschiedlichen Farben. Besonders Mia, einem der Kinder, machte es gro\u00dfen Spa\u00df, dabei mitzuhelfen.<\/p>\n

\u00dcberhaupt waren die Kinder mit Begeisterung dabei. Sie buddelten eigene Pflanzl\u00f6cher, suchten sich Olivenb\u00e4ume aus und gaben ihnen Namen. So stehen jetzt neben Leccino und Manaki auch Olivia, Oliver und einige weitere ganz pers\u00f6nliche Baumexemplare am Kaiserstuhl.<\/p>\n

W\u00e4hrend wir uns also mit verdichteten B\u00f6den, Pilzen und Pflanzenkohle besch\u00e4ftigten, bekamen wir immer wieder neugierigen Besuch. Spazierg\u00e4nger:innen blieben stehen und wollten wissen, was wir hier eigentlich pflanzten. Und kaum hatten sie erfahren, dass es Olivenb\u00e4ume waren, folgte h\u00e4ufig schon die n\u00e4chste Frage: Wann gibt es denn das erste Oliven\u00f6l und wo kann man es kaufen?<\/p>\n

Ganz so schnell wird das mit dem deutschen Oliven\u00f6l wohl noch nichts. Aber an potenziellen Interessenten scheint es zumindest nicht zu fehlen! Einen ersten Vorgeschmack auf das zuk\u00fcnftige Oliven\u00f6l soll es trotzdem schon bald geben. Gemeinsam mit Manuel und Daniel planen wir f\u00fcr Weihnachten eine kleine Aktion. Mehr dazu erz\u00e4hlen wir, sobald die Einzelheiten feststehen.<\/p>\n<\/div>\n<\/details>\n

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\n05<\/span>Von Zwiebelkuchen, Sonnenschein und den letzten Pflanzl\u00f6chern<\/span><\/summary>\n
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Trotz des schwierigen Bodens kamen wir mit vereinten Kr\u00e4ften erstaunlich gut voran. Bis zum Mittag hatten wir bereits deutlich mehr als die H\u00e4lfte der Olivenb\u00e4ume gepflanzt. H\u00f6chste Zeit also f\u00fcr eine wohlverdiente Pause.<\/p>\n

Es gab selbst gemachten Zwiebelkuchen und Gem\u00fcsequiche mit getrockneten Tomaten. Nach der k\u00f6rperlichen Arbeit schmeckte das gleich noch einmal so gut. Und auch wenn wir mit unseren 140 B\u00e4umen noch nicht fertig waren, konnten wir uns f\u00fcr dieses Mittagessen durchaus etwas Zeit lassen.<\/p>\n

Anschlie\u00dfend ging es bei sonnigem Wetter weiter, bis schlie\u00dflich auch der letzte Olivenbaum seinen Platz gefunden hatte.<\/p>\n

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\"Junge
Endspurt! Die letzten Olivenb\u00e4ume werden gepflanzt.<\/figcaption><\/figure>\n

Damit war unsere Arbeit aber noch nicht ganz getan. Die frisch gepflanzten B\u00e4ume mussten schlie\u00dflich auch bew\u00e4ssert werden. Und weil Wasser in den kommenden Jahren eine entscheidende Rolle spielen d\u00fcrfte, wollten wir bereits bei der Pflanzung etwas daf\u00fcr tun, m\u00f6glichst viel Regenwasser in der N\u00e4he der Wurzeln zu halten.<\/p>\n

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\"Helfende
Eiserne Regel: Wenn man bei der Arbeit sitzen kann, sollte man sitzen. Wasser gabs f\u00fcr die frisch gepflanzten Olivenb\u00e4ume.<\/figcaption><\/figure>\n

Daf\u00fcr orientierten wir uns an einer Methode, die unter anderem in trockenen Gebieten wie der Sahelzone eingesetzt wird. Auf der hangabw\u00e4rts gelegenen Seite der Olivenb\u00e4ume schichteten wir halbmondf\u00f6rmige Erdw\u00e4lle auf. Diese sollen abflie\u00dfendes Regenwasser auffangen und ihm mehr Zeit geben, im Boden zu versickern, statt ungenutzt den Hang hinunterzuflie\u00dfen.<\/p>\n

Ob sich diese einfache Ma\u00dfnahme auch am Kaiserstuhl bew\u00e4hrt, werden wir beobachten.<\/p>\n

Und tats\u00e4chlich: Am Ende des Tages standen alle 140 Olivenb\u00e4ume in der Erde und waren bew\u00e4ssert. Trotz des Bodens, der vielen Arbeitsschritte und unseres anf\u00e4nglichen Respekts vor der Tagesaufgabe hatten wir es geschafft!<\/p>\n

Einige Eindr\u00fccke dieses Tages haben wir auch mit Kamera und Drohne festgehalten. Daraus wollen wir noch einen kurzen Film zusammenschneiden, der die gemeinsame Pflanzaktion und die Entstehung des neuen Olivenhains zeigt.<\/p>\n<\/div>\n<\/details>\n

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\n06<\/span>Abendlicher Ausklang<\/span><\/summary>\n
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Nach getaner Arbeit kamen wir am Abend noch einmal zu einem gemeinsamen Abschlussessen zusammen. Wir lie\u00dfen den Pflanztag Revue passieren und sprachen dar\u00fcber, wie es nun mit den Olivenb\u00e4umen weitergehen soll. Es blieb viel Zeit, sich pers\u00f6nlicher kennenzulernen und miteinander ins Gespr\u00e4ch zu kommen.<\/p>\n

F\u00fcr mich geh\u00f6rt gerade das zu den sch\u00f6nen Seiten solcher Projektreisen. Menschen, die sich zum Teil vorher kaum kannten, arbeiten einen Tag lang miteinander, helfen sich gegenseitig und sitzen anschlie\u00dfend gemeinsam am Tisch. Daraus entstehen Bekanntschaften, manchmal Freundschaften und nicht selten neue Ideen f\u00fcr das n\u00e4chste gemeinsame Vorhaben.<\/p>\n

Irgendwann hie\u00df es dann aber doch, f\u00fcrs Erste Lebewohl zu sagen. F\u00fcr Christoph und mich ging es erst zur\u00fcck nach Freiburg, bevor wir am Sonntagmorgen die Heimreise Richtung Bremen antraten.<\/p>\n

F\u00fcr Manuel und Daniel beginnt nun die eigentliche Bew\u00e4hrungsprobe. In der ersten Zeit werden sie die jungen B\u00e4ume regelm\u00e4\u00dfig bew\u00e4ssern. Danach m\u00fcssen die Olivenb\u00e4ume zeigen, wie gut sie mit dem Kaiserst\u00fchler Klima zurechtkommen.<\/p>\n

Uns interessiert nat\u00fcrlich auch, wie sich die unterschiedlichen Pflanzenkohlebehandlungen bew\u00e4hren und ob unsere halbmondf\u00f6rmigen Erdw\u00e4lle tats\u00e4chlich dabei helfen, mehr Wasser im Wurzelbereich der B\u00e4ume zu halten. Hier werden wir versuchen, Studierende aus der Umgebung f\u00fcr diese Untersuchungen zu begeistern. Und dann ist da noch die agroforstwirtschaftliche Weiterentwicklung der Fl\u00e4che, f\u00fcr die es in dieser Form auch noch keine Blaupausen gibt.<\/p>\n

Bis wir vielleicht zum ersten Mal ein Oliven\u00f6l aus Leccino und Manaki vom Kaiserstuhl probieren k\u00f6nnen, wird noch einige Zeit vergehen. Vermutlich werden wir unterwegs auch das eine oder andere Lehrgeld zahlen m\u00fcssen. Aber gerade darum geht es uns bei solchen Projekten: Dinge praktisch auszuprobieren, Erfahrungen zu sammeln und die Erkenntnisse anschlie\u00dfend mit anderen zu teilen. Auch dann, wenn etwas anders funktioniert als erhofft.<\/p>\n

Falls Du einmal in der N\u00e4he von Vogtsburg unterwegs bist und neugierig auf das Vorhaben geworden bist, kannst Du bei Manuel und Daniel nachfragen, ob sich ein Besuch der Modellanlage einrichten l\u00e4sst. Schlie\u00dflich gibt es hier in den kommenden Jahren hoffentlich einiges zu entdecken und zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n

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\"Gruppenfoto
Viele helfende H\u00e4nde stehen vor dem gelungenen Ergebnis. Eine tolle Gemeinschaftsaktion!<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/details>\n

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Weitere Eindr\u00fccke vom Pflanztag<\/h2>\n

Weitere Fotos durch seitliches Wischen oder Scrollen ansehen.<\/p>\n

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\"Helfende
Zwischen Spaten und Weinreben.<\/figcaption><\/figure>\n

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\"Ein
Ein fr\u00f6hlicher Moment auf dem Traktor.<\/figcaption><\/figure>\n
\"Frisch
Die jungen Olivenb\u00e4ume stehen in ihren Pflanzreihen.<\/figcaption><\/figure>\n
\"Weitblick
Blick auf den neu angelegten Olivenhain am Kaiserstuhl.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n

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Und wenn Du neugierig<\/strong> bist, wie sich die 140 Olivenb\u00e4ume am Kaiserstuhl entwickeln und was wir bei unseren weiteren Forschungsprojekten herausfinden oder Du bei einer unserer n\u00e4chsten Mitmachaktionen selbst dabei sein m\u00f6chtest, melde Dich hier zu unserem Newsletter<\/a> an. Dort berichten wir von Zeit zu Zeit von unseren Versuchen, Erkenntnissen und neuen Ideen. Auf unserem Instagram-Account arteFakt_olivenoelkampagne<\/a> wird zudem demn\u00e4chst ein kleiner Film \u00fcber diese Reise ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n

Bleib gespannt!<\/p>\n

Herzliche Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n

Sebastian Neese<\/p>\n

Forschung und \u00d6ffentlichkeitsarbeit<\/p>\n

arteFakt Handelsagentur f\u00fcr Erzeuger-Verbraucher-Ideen eG<\/p>\n<\/div>\n

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1.<\/span> Ministerium f\u00fcr L\u00e4ndlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat Baden-W\u00fcrttemberg (24.03.2026): Neue F\u00f6rderma\u00dfnahme \u201eRotationsbrache im Weinbau\u201c (E16) ab Antragsjahr 2027<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

arteFakt Projekte – Erlebnisbericht 140 Olivenb\u00e4ume f\u00fcr den Kaiserstuhl Ein Pflanzwochenende zwischen Weinreben, Vulkanboden und der Idee vom deutschen Oliven\u00f6l 15.10.2026\u00a0\u00a0\u00b7\u00a0\u00a0Verfasser: Sebastian Neese arteFakt-Freund:innen v.l.n.r.: Georg, Richard, Karin, Sebastian, Manuel, Hanspeter, Daniel, Christoph Nach gerade einmal 25 Zentimetern wurde der Boden so hart wie Beton. Keine besonders ermutigende Entdeckung, wenn man sich vorgenommen hat, an… Weiterlesen »140 Olivenb\u00e4ume f\u00fcr den Kaiserstuhl<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":36,"featured_media":25786,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[1410,1412,1407,1409,1073,1411,1406,1408],"class_list":["post-25780","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-projekte","tag-agroforst","tag-forschung","tag-kaiserstuhl","tag-olivenbaum","tag-olivenoel","tag-pflanzung","tag-projekte","tag-vogtsburg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25780","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/36"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25780"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25780\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25815,"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25780\/revisions\/25815"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25786"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25780"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25780"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25780"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}