{"id":5409,"date":"2013-09-25T14:55:37","date_gmt":"2013-09-25T13:55:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/?p=5409"},"modified":"2013-09-25T14:55:37","modified_gmt":"2013-09-25T13:55:37","slug":"interview-mit-dem-verkaeufer-der-genveraenderten-olivenfliege-haydn-parry","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/interview-mit-dem-verkaeufer-der-genveraenderten-olivenfliege-haydn-parry\/","title":{"rendered":"Interview mit dem \u201eVerk\u00e4ufer\u201c der genver\u00e4nderten Olivenfliege Haydn Parry"},"content":{"rendered":"

Der weltweit erste Feldversuch mit gentechnisch modifizierten Olivenfliegen k\u00f6nnte im kommenden Jahr in Katalonien starten. Voraussetzung: Die britische Biotech-Firma Oxitec erh\u00e4lt die Erlaubnis der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden.In den vergangenen Wochen berichteten wir mehrmals (sehr kritisch) \u00fcber die in dieser Form weltweit einmaligen Versuche mit genver\u00e4nderten Olivenfliegen.
\nAufgrund der Fairness wollen wir an dieser Stelle einen Auszug eines Interviews mit der online-Zeitschrift \u201eolivetimes\u201c mit Oxitec \u2013 Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Haydn Parry ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n

In welchem \u200b\u200bStadium befindet sich ihr Antrag bei den Beh\u00f6rden?<\/strong>
\nDerzeit pr\u00fcft die katalanische Landesregierung und auf der spanischen Bundesebene eine Kommission unseren Antrag. (\u2026) Wir rechnen mit einer Entscheidung im kommenden Fr\u00fchling.<\/p>\n

\u00a0W\u00e4re es der weltweit erste derartige Versuch einer genmodifizierten Olivenfliege?
\n<\/strong>Ja, das w\u00e4re es. Aber nat\u00fcrlich haben wir unsere M\u00fccken mit positiver Wirkung in Brasilien und auf den Cayman Islands erprobt.<\/p>\n

Abgesehen von einem potentiell verbesserten Olivenanbau, welche Auswirkungen k\u00f6nnte die Reduzierung oder Eliminierung der wilden Olivenfliege-Populationen haben?
\n<\/strong>(\u2026) Langfristig glauben wir, dass die Verwendung der Oxitec Olivenfliege f\u00fcr eine Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung die bessere L\u00f6sung sein wird, da es nur zu kleineren Umweltbelastung als mit herk\u00f6mmliche Methoden oder der Pestizid \u2013Anwendung kommt.<\/p>\n

(\u2026)<\/p>\n

Was ist ihre Antwort auf die Angst der wissenschaftliche Gruppe \u201eTestbiotech\u201c, das genmanipulierte Fliegen entkommen k\u00f6nnen und deren Larven in Oliven in kommerziellen Plantagen gelangen?
\n<\/strong>Denken Sie daran, dass dies ein relativ isolierter Ort. Normalerweise fliegen sie 50 – 300 Meter und wenn Artgenossen und Nahrung vorhanden sind, dann bleiben die Fliegen sehr lokal. (\u2026)<\/p>\n

\"Oxitec-Chef<\/a>

Oxitec-Chef Haydn Parry<\/p><\/div>\n

\u00a0Was ist mit der Sorge, dass es nicht bekannt ist, wie die Insekten mit wechselnden Umweltbedingungen interagieren?
\n<\/strong>Deshalb ist ein Schritt-f\u00fcr-Schritt-Proze\u00df und sorgf\u00e4ltige Studien notwendig. Es ist wichtig, dass dies innerhalb des regulatorischen Prozesses stattfindet und wir anderen zeigen, dass der Versuch und der Betrieb der Studie auf professionelle Art und Weise durchgef\u00fchrt wird. (\u2026)<\/p>\n

Sobald die wilde Olivenfliege stark reduziert oder nahezu eliminiert wurde, wie kann dieser Zustand beibehalten werden?
\n<\/strong>Die Zahlen h\u00e4ngen von vielen Faktoren ab, aber im Allgemeinen gehen wir von einem Verh\u00e4ltnis von etwa 10 zu 1 aus. Also, wenn es beispielsweise 100 wilden M\u00e4nnchen (das k\u00f6nnte durchaus der Fall sein kann) in jeder Parzelle gibt, dann w\u00fcrden wir ungef\u00e4hr 1000 (genver\u00e4nderte) in jeder Parzelle freigeben.
\nL\u00e4ngerfristig gibt es M\u00f6glichkeiten bei der Sie die Olivenfliege steuern und sie w\u00e4hrend des gesamten Jahres auf einem niedrigen Niveau in einem Gebiet genmanipulierte Fliegen auszusetzen.
\nEine weitere M\u00f6glichkeit ist, im Herbst (und gegebenenfalls im Fr\u00fchjahr) Fliegen auszusetzen. Also zu der Zeit, wenn die Bedrohung f\u00fcr die Olive am gr\u00f6\u00dften ist. Alternativ k\u00f6nnte es mit anderen Interventionen im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzplanes kombiniert werden. (\u2026)<\/p>\n

Warum haben Sie sich Tarragona und nicht, sagen wir einmal Andalusien, ausgesucht, wo sich der gr\u00f6\u00dfte Olivenanbau in Spanien befindet?
\n<\/strong>Wir haben auch mit Akteuren in Andalusien gesprochen und das war auch sehr positiv. Aber wir wollten lieber einen relativ kleinen, isolierten Ort, so dass wir in der N\u00e4he keine Landwirte haben, die Insektenvertilgungsmittel spr\u00fchen. Die m\u00f6glichen Felder, die wir in Andalusien sahen, waren alle sehr gro\u00df. Von der praktischen Seite des Versuchs macht Katalonien mehr Sinn.
\nDie Studie w\u00fcrde grunds\u00e4tzlich auf sechs Parzellen auf einem Feld durchgef\u00fchrt, wobei jede Parzelle etwa 0.14ha (z. B. 12 x 12 Meter) gro\u00df ist und aus vier B\u00e4umen besteht.<\/p>\n

(\u2026)<\/p>\n

Sind \u00e4hnliche Versuche anderswo geplant?
\n<\/strong>Die Landwirte in anderen L\u00e4ndern wie Griechenland und Italien haben uns kontaktiert, da sie sehr in dieser Methode der Steuerung von Olivenfliege interessiert sind. (\u2026)
\nDas Originalinterview finden Sie unter
www.olivetimes.com<\/a><\/p>\n

 <\/p>\n

Herzliche Gr\u00fc\u00dfe aus Katalonien
\nVeronica und Ralf<\/p>\n

 <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

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