{"id":5681,"date":"2013-11-12T15:56:15","date_gmt":"2013-11-12T14:56:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/?p=5681"},"modified":"2013-11-21T13:41:19","modified_gmt":"2013-11-21T12:41:19","slug":"5681","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/5681\/","title":{"rendered":"Gute und schlechte Jahre"},"content":{"rendered":"

Noch vor wenigen Wochen schien sicher: Das wird ein ertragreiches und von der Qualit\u00e4t besonderes Jahr f\u00fcr die Olivenbauern hier im s\u00fcdlichen Katalonien. Doch dann folgte das, wor\u00fcber sich Urlauber freuen, Bauern und M\u00fcller sich jedoch richtig \u00e4rgern: Ein viel zu warmer Oktober, in einigen Orten sogar der w\u00e4rmste Oktober seit der Temperaturaufzeichnung! Doch was ist nun so schlimm daran? Es sind die Olivenfliegen, Hauptfeind Nummer 1, die sich bei solch hohen Temperaturen pudelwohl f\u00fchlen und sich rasend schnell vermehren.
\nAuch in der M\u00fchle von Josep Maria Mallafr\u00e9 war das sehr deutlich zu sehen. Am 10. Oktober \u00f6ffnete er seine M\u00fchle f\u00fcr die ersten Bauern, die ihre Oliven anlieferten. Fast ausschlie\u00dflich gr\u00fcne, recht kleine Arbequina-Oliven, die nur wenige Sch\u00e4den aufwiesen. Klein deswegen, weil es im September und Anfang Oktober kaum regnete und sich die Olive somit nicht noch einmal etwas \u201eaufpumpen\u201c konnte. Nur drei Wochen sp\u00e4ter hat sich das Bild ge\u00e4ndert, nicht drastisch, dennoch deutlich sichtbar. Die Oliven, die in die M\u00fchle kommen sind immer noch zahlreich, doch leider weisen viele Fr\u00fcchte Stiche der Fliegen auf. Es gilt, noch mehr als \u00fcblich, dass die Ernte der Bauern auf dem schnellsten Weg vom Feld in die M\u00fchle und dort verarbeitet werden muss.<\/p>\n

\"Mitte<\/a>

Mitte Oktober: Da war die „Olivenwelt“ noch in Ordnung…<\/p><\/div>\n

Seit einigen Tagen hat sich die Wetterlage jedoch ein wenig verbessert. Zwar ist es w\u00e4hrend des Tages immer noch \u00fcber 20 Grad, doch die N\u00e4chte sind jetzt deutlich k\u00fchler als zuvor. Somit ist das Ende der diesj\u00e4hrigen Olivenfliegengenerationen, die bei niedrigeren Temperaturen sich nicht mehr vermehren, in Sicht.<\/p>\n

Wie unterschiedlich selbst in Katalonien die Lage bzgl. der Menge und Qualit\u00e4t der Oliven ist, zeigen die Nachrichten aus den etwas s\u00fcdlich (ca. 40 Kilometer) gelegenen Bezirken: Hier hat die Olivenfliege derma\u00dfen erbarmungslos zugeschlagen, dass die Bauern mit einem Ernter\u00fcckgang mit bis zu 80 % rechnen m\u00fcssen. Mit diesen Zahlen verglichen haben die Bauern, die die M\u00fchle von Josep Maria Mallafr\u00e9 beliefern, noch Gl\u00fcck gehabt. (Kein Gl\u00fcck hingegen haben die Produzenten beim Preis, den Sie f\u00fcr ihre Ernte erhalten, denn der ist von 3 \u20ac f\u00fcr das Kilo Oliven\u00f6l auf 2,50 \u20ac gesunken).<\/p>\n

Schon werden in diesen Tagen wieder die Rufe nach den genver\u00e4nderten Olivenfliegen laut! Ein britisches Biotech-Unternehmen hat einen Antrag auf erstmalige Feldversuche bei der katalanischen Landesregierung gestellt. Sollte das Unternehmen die Zusage bekommen, so werden im kommenden Jahr mehrere Feldversuche mit genver\u00e4nderten Fliegen durchgef\u00fchrt.<\/p>\n

 <\/p>\n

Herzliche Gr\u00fc\u00dfe aus Katalonien
\nVeronica und Ralf<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

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