{"id":7126,"date":"2015-03-11T21:18:21","date_gmt":"2015-03-11T20:18:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/?p=7126"},"modified":"2015-03-16T21:22:02","modified_gmt":"2015-03-16T20:22:02","slug":"slowfood-fordert-ein-gutes-gesetz-fuer-gutes-olivenoel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/slowfood-fordert-ein-gutes-gesetz-fuer-gutes-olivenoel\/","title":{"rendered":"Slowfood fordert: Ein gutes Gesetz f\u00fcr gutes Oliven\u00f6l!"},"content":{"rendered":"<p>Es muss etwas geschehen! Die derzeitige Marktregelung f\u00fcr Oliven\u00f6l ist f\u00fcr die Verbraucher unbefriedigend und f\u00fcr die Olivenbauern fatal. Es ist skandal\u00f6s, dass es auf die Verbraucher-Frage: &#8222;Woran erkenne ich ein gutes Oliven\u00f6l?&#8220; keine offizielle Antwort gibt. Soll der sch\u00e4dlichen Verwirrung ein Ende bereitet werden, dann m\u00fcssten neun von zehn Flaschen vom &#8222;Extra Vergine&#8220;-Regal verschwinden. Ihre Anbieter sollten ihre Ware zu einfachem Nativem Oliven\u00f6l umetikettieren oder in die Raffinierie bringen. Wenn das bis heute nicht geschah, dann ist nur die l\u00fcckenhafte Gesetzgebung daran schuld.<\/p>\n<p>Die Vermarktungsvorschriften f\u00fcr Oliven\u00f6l ben\u00f6tigend dringend einer Anpassung. In einem gemeinsamen Oliven\u00f6l-Manifest stellen die Redaktionen von Der Feinschmecker und Merum sieben konkrete Forderungen an den Gesetzgeber.<\/p>\n<p><strong>Von Andreas M\u00e4rz<\/strong><\/p>\n<p>Oliven\u00f6l sei gesund, hei\u00dft es. Allerdings m\u00fcsse der Verbraucher darauf achten, ein \u00d6l der h\u00f6chsten Qualit\u00e4tskategorie Nativ Extra zu w\u00e4hlen. Nur dieses verf\u00fcge \u00fcber die gelobten gesundheitlichen Merkmale. So belehren uns die Gesundheitsexperten.<\/p>\n<p>Diese Gesundheitsbotschaft l\u00f6ste in den letzten Jahren eine rasch steigende Nachfrage nach Nativem Oliven\u00f6l Extra aus. Davon haben vor allem die Gro\u00dfverteiler Vorteile, verm\u00f6gen sie diese Topkategorie doch bereits f\u00fcr wenige Euro anzubieten. Die Paletten der &#8222;Extra Vergine&#8220;-Flaschen mit italienischen Markennamen beim Discounter leeren sich in Windeseile.<\/p>\n<p>Seit Jahren sind im Markt kaum mehr Oliven\u00f6le anderer Kategorien als Nativ Extra anzutreffen. Selbst der Uneingeweihte f\u00fchlt sich zur Frage gedr\u00e4ngt, ob es denn kein zweitklassiges \u00d6l mehr gebe? Und wenn: Wo flie\u00dft es hin? Wer konsumiert das stinkende \u00d6l, das aus Bergen verrottender Oliven, die man \u00fcberall in Spanien und S\u00fcditalien im Winter sieht, gewonnen wird? Dieses sogenannte Lampant\u00f6l ist derart schlecht, dass der Gesetzgeber vorschreibt, es m\u00fcsse erst in der Raffinerie ges\u00e4ubert werden, bevor es dem menschlichen Verzehr zugef\u00fchrt werden d\u00fcrfe. So gereinigtes \u00d6l darf dann allerdings nicht mehr als Nativ Extra etikettiert werden, sondern hei\u00dft schlicht &#8222;Oliven\u00f6l&#8220;. Nur: Wo bleibt dieses \u00d6l?F\u00e4lschung: Lampant\u00f6le im Labor zu Nativ Extra<\/p>\n<p>Der weitaus gr\u00f6\u00dfte Teil des weltweit erzeugen \u00d6ls ist von minderwertiger Qualit\u00e4t. Es ist weit entfernt davon, die heute geltenden gesetzlichen Anforderungen f\u00fcr Nativ Extra zu erf\u00fcllen. Wenn nun aber der gr\u00f6\u00dfte Teil des vermarkteten Oliven\u00f6ls gleichwohl Nativ Extra ist, dann geht die Rechnung nicht auf: Wie ist m\u00f6glich, dass in der Praxis nur noch Natives Oliven\u00f6l Extra auf unsere Tische gelangt, wenn das Hauptprodukt des Olivensektors Lampant\u00f6l ist?<\/p>\n<p>F\u00fcr die wundersame Wandlung von Lampant\u00f6l zu Nativ Extra gibt es zwei Ursachen: ein Kontrollsystem, das nicht zu verhindern vermag, dass minderwertiges Oliven\u00f6l als Nativ Extra verkauft wird, und die illegale &#8222;Verbesserung&#8220; von Lampant\u00f6len zu &#8220; Nativ Extra&#8220;.<\/p>\n<p>Die systematische F\u00e4lschung, die zwar immer vermutet wurde, aber nie nachzuweisen war, l\u00e4sst sich heute aufdecken. M\u00f6glich wurde der Nachweis solcher Machenschaften durch die Arbeit von Dr. Christian Gertz vom Chemischen Untersuchungsamt Hagen. Es gelang ihm, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem die Erhitzung von \u00d6len chemisch nachgewiesen werden kann. (Um eine Erhitzung des \u00d6ls kommen die F\u00e4lscher nicht herum, wenn sie unangenehme Aromen und Zerfallsprodukte aus einem schlechten Oliven\u00f6l entfernen wollen.)<\/p>\n<h3><strong>Zum direkten Konsum zugelassene \u00d6lkategorien:<\/strong><\/h3>\n<p><strong>1. Die Nativen \u00d6le werden in Extra Nativ, Nativ und Lampant unterschieden:<\/strong><\/p>\n<p><strong>a) Natives Oliven\u00f6l Extra:<\/strong> Natives Oliven\u00f6l mit einem Gehalt an freien Fetts\u00e4uren, berechnet als \u00d6ls\u00e4ure, von h\u00f6chstens 0,8 g je 100 g; Panel: sensorischer Fehlermedian 0; Fruchtigkeitsmedian gr\u00f6\u00dfer als 0. Natives Oliven\u00f6l Extra ist f\u00fcr den direkten Verzehr zugelassen.<\/p>\n<p><strong>b) Natives Oliven\u00f6l:<\/strong> Natives Oliven\u00f6l mit einem Gehalt an freien Fetts\u00e4uren, berechnet als \u00d6ls\u00e4ure, von h\u00f6chstens 2 g je 100 g; sensorischer Fehlermedian bis 2,5; Fruchtigkeitsmedian gr\u00f6\u00dfer als 0. Natives Oliven\u00f6l ist f\u00fcr den direkten Verzehr zugelassen.<\/p>\n<p><strong>c) Lampant\u00f6l:<\/strong> Natives Oliven\u00f6l mit einem Gehalt an freien Fetts\u00e4uren, berechnet als \u00d6ls\u00e4ure, von mehr als 2 g je 100 g; Panel: sensorischer Fehlermedian gr\u00f6\u00dfer als 2,5; Fruchtigkeitsmedian: keine Vorschrift. Lampant\u00f6le m\u00fcssen vor dem Verkauf als &#8222;Oliven\u00f6l&#8220; erst raffiniert werden<\/p>\n<p><strong>2. Oliven\u00f6l: <\/strong>Verschnitt von raffiniertem Oliven\u00f6l mit Nativen Oliven\u00f6len, au\u00dfer Lampant\u00f6l, mit einem Gehalt an freien Fetts\u00e4uren von h\u00f6chstens 1 g je 100 g sowie den sonstigen f\u00fcr diese Kategorie vorgesehenen Merkmalen.<\/p>\n<p><strong>3. Oliventrester\u00f6l: <\/strong>Verschnitt von raffiniertem Oliventrester\u00f6l mit Nativen Oliven\u00f6len, ausgenommen Lampant\u00f6l, mit einem Gehalt an freien Fetts\u00e4uren, berechnet als \u00d6ls\u00e4ure, von h\u00f6chstens 1 g je 100 g sowie den sonstigen f\u00fcr diese Kategorie vorgesehenen MerkmalenBetrug: Schlechte \u00d6le als Nativ Extra deklariert<\/p>\n<p>Es braucht kein Chemielabor, um ein schlechtes Oliven\u00f6l zu erkennen; Nase und Gaumen sind sensibler als Analysenapparate. So tr\u00e4gt denn auch der Gesetzgeber dieser Tatsache Rechnung und f\u00fchrte als Methode f\u00fcr die Qualt\u00e4tspr\u00fcfung die Verkostergruppe (auch &#8222;Panel&#8220; genannt) ein. Ein gutes Panel erriecht den geringsten Fehlton, die kleinste Oxidation. Gute Verkoster verm\u00f6gen genau zu sagen, wo in der Produktionskette etwas falsch gelaufen ist, ob die Oliven nicht schnell genug verarbeitet wurden, ob sie von der Olivenfliege befallen waren, ob der Brei in der \u00d6lm\u00fchle mit Luft in Ber\u00fchrung kam, zu warm verarbeitet oder das \u00d6l schlecht gelagert wurde.<\/p>\n<p>Offizielle, vom Staat anerkannte Panels sind befugt, ein \u00d6l zu beurteilen und rechtsverbindlich der entsprechenden Kategorie zuzuordnen: Lampant (nicht verkehrsf\u00e4hig), Nativ (italienisch: Vergine) oder Nativ Extra (Extra Vergine). Im Pr\u00fcfbericht des Panels wird vermerkt, ob ein \u00d6l korrekt bezeichnet ist oder nicht. Dieses Gutachten zwingt theoretisch einen Anbieter, sein falsch etikettiertes \u00d6l zur\u00fcckzunehmen. Eine Begebenheit, die allerdings kaum je vorkommt. Allein aufgrund von Etikettenschwindel musste in der vergangenen Zeit kein Anbieter sein Regal r\u00e4umen. So was geht als Kavaliersdelikt durch. Erst im Falle von drohender Gesundheitsgef\u00e4hrdung greifen die Beh\u00f6rden durch.<\/p>\n<p>Gute Panels sind so rar wie gute Oliven\u00f6le. Nur die Unf\u00e4higkeit der Panels macht es m\u00f6glich, dass neun von zehn so bezeichneter Nativ Extra in Wirklichkeit keine sind. Das EU-Reglement schreibt vor, dass die offiziellen Panels regelm\u00e4\u00dfige, vom nationalen Landwirtschaftsministerium festgelegte F\u00e4higkeitspr\u00fcfungen bestehen m\u00fcssen, um ihre Funktion erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen. Danach sind zum Beispiel schon mal alle italienischen Panels deligitimiert, da dort ein staatliches Kontrollprogramm der Panels nie in die Wege geleitet wurde.<\/p>\n<p>Neben den offiziellen gibt es die selbsternannten Panels. Manche berufen sich auf Anerkennung durch das International Olive Oil Council, andere sind sich selbst gut genug. Tatsache ist, dass ihre Meinung die von Privatpersonen ist und kein offizielles Gewicht hat. Leider ist auch Kompetenz der Panels nicht gew\u00e4hrleistet: Man denke nur an die von der Stiftung Warentest publizierten Panel-Resultate oder den Olive Oil Award der Schweizer Hochschule W\u00e4denswil.<\/p>\n<p>Leider sind nicht nur verbreitete Marken\u00f6le, sondern auch ein gro\u00dfer Teil der Oliven\u00f6le von Olivenproduzenten nicht in Ordnung. Noch werden bei der Ernte und bei der Pressung zu viele Fehler gemacht. Zu viele Oliven\u00f6le leiden unter Fermentationsaromen, die von Heu- \u00fcber Kakao-, Wein- bis Essig- und Fu\u00dfschwei\u00dfnoten gehen k\u00f6nnen. Die Bildung dieser Fehlaromen bereits in der Olive beginnen, das meiste Unheil geschieht jedoch in den paar Minuten, in denen der Olivenbrei unter W\u00e4rmezuf\u00fchrung f\u00fcr die Pressung vorbereitet wird. Die Ursache liegt bei der hohen enzymatischen Reaktivit\u00e4t des Olivenbreis. Stark reduzieren lassen sich solche enzymatischen Fermentationen und oxidative Degenerationserscheinungen nur, wenn die Oliven wenige Stunden nach der Ernte verarbeitet werden und in Olivenm\u00fchlen, wo der Brei bei k\u00fchlen Temperaturen \u2013 nicht \u00fcber 20\u00b0C \u2013 sowie ohne Sauerstoffkontakt verarbeitet wird.<br \/>\nAm heftigsten wird die Qualit\u00e4t des \u00d6ls jedoch von veralteten Pressmethoden beeintr\u00e4chtigt. Traditionelle \u00d6lm\u00fchlen, die mit M\u00fchlsteinen und Pressmatten arbeiten sind kaum je in der Lage, ein Oliven\u00f6l ohne sensorische und analytische M\u00e4ngel zu erzeugen. Oft ist zu beobachten, dass solche Oliven\u00f6le im Fr\u00fchjahr noch wohlschmeckend sind, aber mit den Sommertemperaturen zunehmend ranzige Noten aufweisen.<\/p>\n<p>Jedes Jahr sind bei den \u00d6len der selbstvermarktenden Olivenproduzenten und \u00d6lm\u00fchlen gro\u00dfe Fortschritte zu erkennen, die \u00d6le werden zunehmend reint\u00f6niger. Aber es ist nicht zu leugnen, dass die Qualit\u00e4tskultur beim Oliven\u00f6l zwei, drei Jahrzehnte hinter der des Weins hinterherhinkt. Die Schuld daf\u00fcr liegt nicht allein bei den Produzenten, sondern auch bei der Situation, der ihre Produkte auf dem Markt ausgesetzt sind. Solange sogenanntes &#8222;Extra Vergine&#8220; von industriellen Abf\u00fcllern f\u00fcr wenige Euro die Flasche angeboten werden kann, verm\u00f6gen nur wenige Produzenten f\u00fcr ihr \u00d6l einen Preis zu fordern, der ihnen erlaubt, in qualit\u00e4tsf\u00f6rdernde Technologien zu investieren. Die Leidtragenden: Verbraucher und Olivenbauern<\/p>\n<p>Die Zust\u00e4nde im Oliven\u00f6langebot, wo Gef\u00e4lschtes, Falschbezeichnetes und Echtes gleichberechtigt nebeneinander stehen, stellen f\u00fcr den Verbraucher keine Bedrohung f\u00fcr Leib und Leben dar. H\u00f6chstens f\u00fcr die Seele: Man gaukelt ihm vor, f\u00fcr wenig Geld echten kulinarischen und gesundheitlichen Wert zu erwerben und speist ihn mit einer \u00f6ligen Fl\u00fcssigkeit, oft am Rande der Genie\u00dfbarkeit, ab. F\u00fcr die Olivenbauern haben die anarchischen Zust\u00e4nde im Oliven\u00f6l-Markt hingegen verheerende Auswirkungen.<\/p>\n<p>Olivenbauern und kommerzielle \u00d6labf\u00fcller trennen gegens\u00e4tzliche Interessen. W\u00e4hrend die Produzenten sich mit der Qualit\u00e4t ihrer Oliven\u00f6le und deren zertifizierten Ursprung profilieren m\u00f6chten, sind die Gro\u00dfabf\u00fcller an m\u00f6glichst durchl\u00e4ssigen Vorschriften und einer Klassifizierung interessiert, die den Einlass ihrer Verschnitt\u00f6le in die h\u00f6chste G\u00fcteklasse erm\u00f6glicht. W\u00e4hrend die eine Seite an m\u00f6glichst strengen Produktionsvorschriften und einer kompromisslosen Klassifizierung interessiert ist, \u00fcbt die andere Druck auf die Politik aus, die Qualit\u00e4tsanforderungen m\u00f6glichst tief anzusetzen.<\/p>\n<p>Italien erzeugt im Mittel 500 000 Tonnen Oliven\u00f6l und kauft j\u00e4hrlich rund dieselbe Menge aus dem Ausland hinzu. Von den 1 000 000 Tonnen wird der gr\u00f6\u00dfte Teil in Italien verbraucht und etwa 300 000 Tonnen (wieder) exportiert. Italiens Hauptlieferanten sind Spanien, Griechenland und Tunesien, Hauptabnehmer sind USA, Deutschland und Frankreich. Wie ausgepr\u00e4gt die Konzentration des Angebotes ist, zeigt die Tatsache, dass die zehn gr\u00f6\u00dften Oliven\u00f6lvermarkter einen Anteil von 60 Prozent des italienischen Marktes halten.<\/p>\n<p>Rund 80 Prozent des italienischen Oliven\u00f6lmarktes sind in der Hand der gro\u00dfen Abf\u00fcller, keine 20 Prozent des \u00d6ls werden von der Produktion vermarktet. Zieht man von diesem Anteil die gro\u00dfen \u00d6lm\u00fchlen ab, verbleiben den selbstvermarktenden Olivenproduzenten kaum f\u00fcnf Prozent Marktanteil.<\/p>\n<p>Damit wird deutlich, mit welchen Sachzw\u00e4ngen es die Gesetzgeber zu tun haben. Der Einfluss der gro\u00dfen Konzerne, die zehntausendtonnenweise Oliven\u00f6l aufkaufen und vermarkten, ist ungleich gr\u00f6\u00dfer als der vereinzelter Stimmen, denen der Schutz des Verbrauchers sowie der mediterranen Landwirtschaft und Landschaften am Herzen liegt.<\/p>\n<p>Arbeitsaufwendige Olivenhaine in H\u00fcgellagen fallen zunehmend der Ver\u00f6dung anheim. Die Preise f\u00fcr Oliven\u00f6l sind aufgrund der unlauteren Konkurrenz so niedrig, dass sie f\u00fcr die nachr\u00fcckenden Generationen keinen Anreiz darstellen, das Handwerk der Eltern fortzuf\u00fchren. Vergleicht man die Produktionskosten eines nackten Liters \u00d6l f\u00fcr den Olivenbauern (zwischen 10 und 15 Euro\/Liter) mit den Rohstoff-Preisen der gro\u00dfen \u00d6lvermarkter (zwei bis drei Euro\/Liter), wird klar, weshalb in den H\u00fcgeln Italiens und S\u00fcdfrankreichs jedes Jahr mehr ungepflegte Olivenhaine anzutreffen sind.<\/p>\n<p>Die Gesch\u00e4digten sind wir alle. Zuerst werden wir als Verbraucher geneppt, und dann machen wir uns durch unsere Unterst\u00fctzung der unlauteren Wettbewerber mitschuldig an der Ver\u00f6dung europ\u00e4ischer Kulturlandschaften.<\/p>\n<h3><strong>Gefordert sind die Anbieter \u2026<\/strong><\/h3>\n<p>Niemand will den Gro\u00dfanbietern verwehren, \u00d6le minderer Qualit\u00e4t zu vermarkten. Denn gute Qualit\u00e4t ist auf dem Weltmarkt nicht in kommerziell relevanten Mengen aufzutreiben. Absolut inakzeptabel aber ist, dass Lebensmittelindustrie und Gro\u00dfverteiler ihre Ware unter falschem Namen vermarkten. Auch wenn die Falschbezeichnung bei Oliven\u00f6l schon fast die Normalit\u00e4t ist, bleibt diese ein Betrug an Verbrauchern und Mitbewerbern.<\/p>\n<p>Die Gro\u00dfanbieter m\u00fcssen deshalb dazu gebracht werden, sich aus der Nativ Extra-Welt zur\u00fcckziehen und die verwaiste Kategorie des Nativen Oliven\u00f6ls wiederzubeleben. Immer breitere Verbraucherschichten bemerken den Schwindel ohnehin und fr\u00fcher oder sp\u00e4ter wird der Gesetzgeber auch gegen den Willen der \u00d6l-Lobby gegen den Betrug einschreiten m\u00fcssen. Es w\u00e4re zu w\u00fcnschen, dass Lebensmittelindustrie und Gro\u00dfverteiler sich heute schon darauf vorbereiten, eines Tages aus dem Nativ Extra-Paradies vertrieben zu werden. Baldige Investitionen in die Nativ-Kategorie k\u00f6nnten sich schon morgen als weise Voraussicht herausstellen. \u2026 gefordert sind auch die Verbraucher \u2026<\/p>\n<p>Nur eine Minderheit der Konsumenten mag vollwertiges Oliven\u00f6l. Die ausgepr\u00e4gte Sch\u00e4rfe und Bitterkeit eines echten Nativ Extra empfinden nur Leute mit mediterranen Vorkenntnissen als angenehm: Der Verbraucher fernab des Mittelmeers zieht in der Regel milde, leicht oxidierte \u00d6le ohne viel Charakter vor. \u00d6le mit Geschmack empfinden die meisten Kunden als unzumutbar, besonders wenn dieser Geschmack der einer Frucht ist, die sie nicht kennen (Olive), und das \u00d6l im Gaumen bitter ist und im Halse kratzt.<\/p>\n<p>Dieses Ph\u00e4nomen unterstreicht der Bericht der Lebensmittel\u00fcberwachung Bayern (2001): &#8222;Es wurden zahlreiche Proben Natives Oliven\u00f6l Extra als Verbraucherbeschwerden aufgrund von scharfem oder bitterem Geschmack \u2013 ersteres Merkmal auch als \u2019Kratzen im Hals\u201a, \u2019bei\u00dfend\u201a bezeichnet \u2013 eingesandt. Diese beiden Geschmacksnoten sind jedoch typische Geschmacksmerkmale f\u00fcr Oliven\u00f6le, die vor allem bei frischen \u00d6len verst\u00e4rkt auftreten\u2026 Die Einsendung als Beschwerdeproben beruht offensichtlich darauf, dass zahlreiche Verbraucher einen neutralen Geschmack des Oliven\u00f6ls erwarten, was aber bei dieser \u00d6lsorte kein positives Merkmal darstellt. (\u2026)&#8220;<\/p>\n<p>Echtes Nativ Extra ist ein Produkt f\u00fcr Kenner. Es hat einen sehr speziellen Geschmack und es ist teuer. Genau wie Barolo. Mancher Normalverbraucher zieht einen einfachen Tischwein einem Barolo vor, nicht nur wegen des Preisunterschiedes, auch weil er den herben Geschmack des Barolo nicht mag. Das ist absolut in Ordnung. Auch f\u00fcr die Winzer von La Morra und Monforte. Unrecht gesch\u00e4he erst dann, wenn auf dem Etikett des einfachen Tischweins &#8222;Barolo&#8220; stehen w\u00fcrde\u2026 so wie heute auf Lampant\u00f6len Nativ Extra steht.<\/p>\n<p>Einfaches Natives Oliven\u00f6l kostet weniger als ein exzellentes Nativ Extra und entspricht den geschmacklichen Erwartungen der meisten Verbraucher erst noch besser als dieses. Statt sich zweitklassige Ware f\u00fcr Topqualit\u00e4t vormachen zu lassen, sollten die Kunden beim Kauf nicht nach Nativem Oliven\u00f6l Extra fragen, sondern ganz bewusst nach Nativem. Wer trinkt schon jeden Tag Burgunder oder Barolo? Meist tuts auch ein einfacher Chianti oder ein Vin de Pays. Warum sollte f\u00fcr Oliven\u00f6l nicht gelten, was f\u00fcr Wein normal ist?<\/p>\n<p>Sch\u00e4ppchenj\u00e4gern, die meinen, mit Euro 2,65 bei der kulinarischen Elite mit dabei zu sein, ist kein Mitgef\u00fchl geschuldet. Sie geh\u00f6ren jener kritiklos konsumierenden Mehrheit an, die zwar \u00fcber einen unaufmerksamen Geschmackssinn verf\u00fcgen, aber gleichwohl in der Illusion leben wollen, Qualit\u00e4t zu konsumieren.\u2026 aber gefordert ist in erster Linie der Gesetzgeber!<br \/>\nDie geltende EU-Gesetzgebung sieht eine lange Liste von Kriterien vor, die dem Chemiker helfen sollen, die Echtheit und korrekte Bezeichnung eines Oliven\u00f6ls festzustellen. Wenn sich ein Chemiker jedoch ausschlie\u00dflich an die zurzeit vorgesehenen Analysekriterien h\u00e4lt, vermag er einem manipulierten Billig\u00f6l die F\u00e4lschung nicht nachzuweisen. F\u00e4lscher k\u00f6nnen diese Grenzwerte ohne weiteres einhalten, indem sie mangelhafte Oliven\u00f6le chemisch oder physikalisch behandeln. Da Natives Oliven\u00f6l aber nur unbehandelt in Verkauf gebracht werden, ist jede chemische oder physikalische Behandlung als F\u00e4lschung zu betrachten. Leider sind nun jedoch Analysemethoden, die diese &#8222;Reinigung&#8220; nachweisen, nicht offiziell anerkannt.<\/p>\n<p>Wird das Gesetz nicht ge\u00e4ndert, kann schlechtes oder gef\u00e4lschtes \u00d6l zum Schaden von Verbrauchern und Produzenten weiterhin als Nativ Extra verkauft werden, ohne dass die Lebensmittelkontrolle etwas dagegen unternehmen kann. Selbst die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Fettwissenschaft kam bei ihrem Workshop \u00fcber die W\u00e4rmebehandlung von Oliven\u00f6len zum Schluss, &#8222;dass die offiziellen Analysenmethoden der EU-Verordnung 2568\/91 nicht geeignet seien, Identit\u00e4t und Echtheit zu verifizieren (\u2026)&#8220;.<\/p>\n<p>Nicht nachvollziehbare Preisspannen von drei Euro bis 20 Euro f\u00fcr eine Halbliterflasche Natives Oliven\u00f6l Extra verunsichern die Verbraucher. Zu Recht: Etikettenschwindel im \u00d6lgesch\u00e4ft wurde durch Panel-Tests in Merum und Feinschmecker aufgedeckt. Neue Analysemethoden enth\u00fcllten hingegen unerlaubte Manipulationen bei billigem Discount-\u00d6l (siehe Feinschmecker 5\/2005 und 9\/2005). Die bestehenden Gesetze reichen f\u00fcr eine effiziente Qualit\u00e4tskontrolle also nicht aus. Es wird Zeit, dass sich endlich etwas \u00e4ndert!<\/p>\n<h3><strong>Das Oliven\u00f6l-Manifest von Merum und Der Feinschmecker<\/strong><\/h3>\n<p>Unser Manifest richten wir an die Europ\u00e4ische Kommission in Br\u00fcssel und an den Internationalen Oliven\u00f6l-Rat in Madrid (IOOC). Wir rufen diese \u2013 f\u00fcr die europ\u00e4ische Gesetzgebung entscheidenden \u2013 Beh\u00f6rden auf, die bestehenden Kontrollregelungen beim Oliven\u00f6l zu versch\u00e4rfen. Die Verbraucher in Europa haben ein Recht darauf, so gut wie irgend m\u00f6glich vor Betrug gesch\u00fctzt zu werden.<\/p>\n<h4><strong>Wir fordern:1. Ehrlichkeit bei der Angabe<\/strong><\/h4>\n<p>Wir k\u00f6nnen nicht hinnehmen, dass vor allem Lebensmittelindustrie und Gro\u00dfabf\u00fcller Waren in gro\u00dfem Stil unter falschem Namen anbieten. Oliven\u00f6l, das sensorisch nicht der einwandfreien Qualit\u00e4t von &#8222;extra nativem Oliven\u00f6l&#8220; entspricht, muss als &#8222;Oliven\u00f6l nativ&#8220; bezeichnet und als solches verkauft werden.<br \/>\nDie freiwillige Herabstufung zu &#8222;Oliven\u00f6l nativ&#8220; w\u00e4re ein nachdr\u00fcckliches Zeichen von St\u00e4rke und Fairness seitens der Anbieter und w\u00fcrde von den Verbrauchern positiv aufgenommen. Oliven\u00f6l hingegen, das zwecks Fehlerbeseitigung thermisch behandelt wurde, muss im Handel ausdr\u00fccklich als einfaches &#8222;Oliven\u00f6l&#8220; deklariert werden.<\/p>\n<h4><strong>2. Transparenz bez\u00fcglich der Herkunft<\/strong><\/h4>\n<p>Die Bezeichnung &#8222;Oliven\u00f6l extra nativ&#8220; bleibt der Spitzenklasse der Oliven\u00f6le vorbehalten. Der Verbraucher darf also erwarten, dass auf dem Etikett die Herkunft der Oliven (Land) angegeben wird. Weitere freiwillige Angaben der Hersteller, etwa zur Gr\u00f6\u00dfe des Olivenhains oder zu den verwendeten Olivensorten, begr\u00fc\u00dfen wir.<\/p>\n<h4><strong>3. Sensorik-Panels<\/strong><\/h4>\n<p>Es m\u00fcssen besonders in den Konsumentenl\u00e4ndern wie Deutschland mehr offiziell anerkannte Verkostungsgruppen (Panels) gebildet werden, die in der Lage sind, Oliven\u00f6le kompetent zu beurteilen. Ihre Mitglieder sollten so geschult werden, dass sie sensorische Fehler eines \u00d6ls den Vorschriften gem\u00e4\u00df feststellen und quantifizieren k\u00f6nnen. Der Oliven\u00f6lmarkt ist ein globaler Markt, darum m\u00fcssen die Anforderungen an die einzelnen Qualit\u00e4tskategorien europaweit einander angeglichen werden. Es darf nicht \u2013 wie bisher \u2013 geschehen, dass dasselbe \u00d6l etwa in Spanien als &#8222;extra nativ&#8220; durchgeht und in Deutschland als &#8222;nativ&#8220; klassifiziert wird. Die europ\u00e4ischen Beh\u00f6rden sollten die offiziellen nationalen Panels regelm\u00e4\u00dfig mit europaweiten Ringtests (identische Proben, zentrale Auswertung der Resultate) auf ihre Eignung pr\u00fcfen.<\/p>\n<h4><strong>4. Jahrgangsangabe wie beim Wein<\/strong><\/h4>\n<p>&#8222;Oliven\u00f6l extra nativ&#8220; ist ein verderbliches Produkt. Nur wenige Hersteller geben jedoch den Erntejahrgang auf dem Etikett an. Die genaue Angabe (etwa &#8222;Winter 2005\/6&#8220;) auf &#8222;Extra nativ&#8220;-Flaschen muss obligatorisch werden.<\/p>\n<h4><strong>5. Angabe des Abf\u00fclldatums<\/strong><\/h4>\n<p>Heute muss auf jeder \u00d6lflasche eine Mindesthaltbarkeit (&#8222;MHD&#8220;) angegeben werden. Diese ist allerdings nicht \u00fcberall gleich lang, weil sie im Prinzip dem Gutd\u00fcnken des Abf\u00fcllers \u00fcberlassen ist. Diese ist allerdings nicht \u00fcberall gleich lang, weil sie im Prinzip dem Gutd\u00fcnken des Abf\u00fcllers \u00fcberlassen ist. Viel n\u00fctzlicher und klarer w\u00e4re \u2013 neben der Jahrgangsangabe \u2013 auch die Angabe des Abf\u00fclldatums.<\/p>\n<h4><strong>6. Angabe der Polyphenole<\/strong><\/h4>\n<p>Ein wichtiger Indikator f\u00fcr die Qualit\u00e4t eines Oliven\u00f6ls sind die Polyphenole, Pflanzenstoffe von gro\u00dfer ern\u00e4hrungsphysiologischer Bedeutung. Die Polyphenole in Milligramm pro Liter m\u00fcssen \u2013 stets mit der angewandten Bestimmungsmethode und dem Analysedatum \u2013 auf dem Etikett angegeben werden. Auch m\u00f6gliche Mindestwerte f\u00fcr &#8222;Oliven\u00f6l extra nativ&#8220; sind zu erw\u00e4gen; dies muss jedoch noch umfassend mit Wissenschaftlern international diskutiert werden.<\/p>\n<h4><strong>7. Neue Analyseverfahren<\/strong><\/h4>\n<p>Die geltenden EU-Gesetze sehen eine lange Liste von Kriterien vor, die dem Chemiker helfen sollen, die Echtheit und korrekte Bezeichnung eines Oliven\u00f6ls festzustellen \u2013 von der Summe der transisomeren Fetts\u00e4uren bis hin zum S\u00e4uregehalt und der Peroxidzahl. F\u00e4lscher k\u00f6nnen jedoch ohne weiteres die bestehenden Grenzwerte einhalten, indem sie mangelhafte \u00d6le chemisch oder physikalisch manipulieren.<\/p>\n<p>Ein Chemiker, der sich ausschlie\u00dflich an die zurzeit vorgesehenen Analysekriterien h\u00e4lt, kann einem manipulierten Billig\u00f6l keinerlei F\u00e4lschung vorwerfen. Wir fordern den Gesetzgeber auf, die Vorschriften den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. So empfiehlt die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Fettwissenschaft, zum Nachweis verbotener W\u00e4rmebehandlung die Bestimmung der Pyropheophytine (Chlorophyll-Abbauprodukte) und der 1,2- und 1,3-Diglyzeride als offizielle Kontrollmethode einzuf\u00fchren. Mit der Nachweisbarkeit einer thermischen Behandlung soll erreicht werden, dass deodorierte und raffinierte \u2013 oder mit solchen \u00d6len verschnittene \u2013 Oliven\u00f6le nicht mehr als &#8222;extra nativ&#8220; auf den Markt gebracht werden k\u00f6nnen. Auch wenn die EU sie noch nicht offiziell anerkennt, sollten die neuen Analyseverfahren bereits angewandt werden.<br \/>\n(Quelle: Slow Food)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.slowfood.de\" target=\"_blank\">www.slowfood.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es muss etwas geschehen! Die derzeitige Marktregelung f\u00fcr Oliven\u00f6l ist f\u00fcr die Verbraucher unbefriedigend und f\u00fcr die Olivenbauern fatal. Es ist skandal\u00f6s, dass es auf die Verbraucher-Frage: &#8222;Woran erkenne ich ein gutes Oliven\u00f6l?&#8220; keine offizielle Antwort gibt. Soll der sch\u00e4dlichen Verwirrung ein Ende bereitet werden, dann m\u00fcssten neun von zehn Flaschen vom &#8222;Extra Vergine&#8220;-Regal verschwinden.&hellip;&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/slowfood-fordert-ein-gutes-gesetz-fuer-gutes-olivenoel\/\" class=\"\" rel=\"bookmark\">Weiterlesen &raquo;<span class=\"screen-reader-text\">Slowfood fordert: Ein gutes Gesetz f\u00fcr gutes Oliven\u00f6l!<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"footnotes":""},"categories":[72],"tags":[],"class_list":["post-7126","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-olivenoel-gesetzliche-grundlagen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7126","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7126"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7126\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7126"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7126"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artefakt.eu\/wissen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7126"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}